Für die Sommerurlaube (jaha, dieses Jahr sind es zwei *freu* Einmal 8 Tage traditioneller Eltern-Urlaub am Bodensee, einmal 7 Tage mit Männeke nach Malle *wuhu*) brauche ich noch unbedingt eine schicke, praktische Tasche - alle anderen sind mittlerweile so verratzt, dass ich sie echt nicht mehr ausführen mag.
Farblich wollte ich etwas in schönen, frischen Sommerfarben - und fand einen hübschen Patchworkstoff in meinem Fundus.
Da ich gerade bei Ausflügen die Hände frei haben will, kam für die Trageart nur ein Querträger in Frage. Der Gurt stammt von einer alten, ausgeschlachteten Tasche aus meiner Jugendzeit, krötenhässlich, das Ding.
Um die Geometrie des Patchworks nicht zu stören, ist die Taschenform quadratisch.
Beim Futter ist schlichtes weißes Leinen verarbeitet, die Innentaschen stammen von Resten des Außenstoffs.
Und da ich gerade so schön am Nähen war, huschte auch noch ein Buchbeutel über das Maschinchen - ich ärgere mich nämlich gerade bei etwas teureren Büchern immer, wenn sie in meinen Taschen so verschrabbelt und verkratzt herauskommen.
Den Stoff hortete ich schon seit Monaten, wusste aber wenig damit anzufangen, weil er so dünn und zart ist. Für solche leichten, wenig strapazierten Taschen ist er jedoch ideal, weil er sich schön formen und nähen lässt.
Die Borte war noch ein Fitzelchen Rest, der wirklich auf den Zentimeter reichte.
Dank üppig geschnittenem Beutel und Reißverschluss kann ich nun auch mal 2 Bücher mit den Urlaub nehmen :)
Donnerstag, 12. Juni 2014
Sonntag, 25. Mai 2014
Challenge: Resteverwertung im Vorratsregal #1
Ist das Phänomen nur bei mir so? Dieses Gefühl, hamstern zu müssen, sich einen Vorrat an nicht verderblichen Nahrungsmitteln anzulegen - es könnte ja eine Hungersnot ausbrechen. Oder von heute auf morgen die Vollkorn-Spirellis aus sein. Desaster, ehrlich.
Ein anderer, nicht ganz unerheblicher Effekt, der zum steten Wachstum meiner trockenen bzw. konservierten Lebensmittel führt, ist der Drang, Neues auszuprobieren. Neue Nudelformen, neue Aufstriche, neue Senfsorten, neue Gewürzpasten, neues asiatisches Zeugs (ganz gefährlich, nebenbei - die Auswahl in Asialäden ist verheerend für den neugierigen deutschen Gaumen). Man geht einkaufen, entdeckt was Interessantes, nimmt es mit - ist ja nur klein und hält sich. Dann probiert man einmal davon und vergisst es. Und wegwerfen? No way. Lebensmittel, die noch mindestens 2 Jahre haltbar sind, ensorgt man nicht, die hortet man. Bestimmt hat man irgendwann mal wieder Lust darauf.
Hat man aber leider nicht immer. Bzw. erbeutet etwas, das die Neugierde wieder einmal für ein, zwei Mahlzeiten beruhigt.
Als ich letzte Woche einen kritischen Blick in mein Vorratsregal warf, entdeckte ich da so einiges, was mich ernsthaft grübeln ließ. Brauche ich wirklich 3 Sorten Linsen, 5 Sorten Reis, 10 Sorten Nudeln, 6 Pakete Getreide, 3 Tüten Haferflocken, 10 Gläser Apfelmus, eine ganze Batterie Backzutaten wie gemahlene, gehackte, gestiftete, gehobelte Mandeln und Haselnüsse, 4 Sorten Puddingpulver und gläserweise Aufstriche und Würzpasten?
Nein, brauche ich nicht.
Ganz davon abgesehen, dass sich manche Produkte schon gefährlich nahe am Verfallsdatum bewegen. Nicht, dass mich das stört, ich esse auch abgelaufene Nudeln, aber das zeigt mir einfach, wie lange ich die Sachen schon horte. Ein weiteres Problem: Die Wahrscheinlichkeit wächst, dass ich im September meine Wohnung auflöse und zum Männeke ziehe. Und ich sehe mich schon mit Schrecken, wie ich kistenweise altes Zeug zu dem Kerl schleife und in seinem Keller versenke.
Insofern habe ich beschlossen, bis zum Herbst keine "trockenen" Lebensmittel mehr zu kaufen, sondern das zu verbrauchen, was da ist. Bis zum letzten Reiskorn, wenn es sein muss. Das bedeutet, dass ich in der Woche über auch mal auf das Kantinen-Happa verzichte und selbst Gekochtes mitnehme. Erfolgsmeldungen über geleerte Vorratsgläser gibt es dann regelmäßig hier ;)
Ein anderer, nicht ganz unerheblicher Effekt, der zum steten Wachstum meiner trockenen bzw. konservierten Lebensmittel führt, ist der Drang, Neues auszuprobieren. Neue Nudelformen, neue Aufstriche, neue Senfsorten, neue Gewürzpasten, neues asiatisches Zeugs (ganz gefährlich, nebenbei - die Auswahl in Asialäden ist verheerend für den neugierigen deutschen Gaumen). Man geht einkaufen, entdeckt was Interessantes, nimmt es mit - ist ja nur klein und hält sich. Dann probiert man einmal davon und vergisst es. Und wegwerfen? No way. Lebensmittel, die noch mindestens 2 Jahre haltbar sind, ensorgt man nicht, die hortet man. Bestimmt hat man irgendwann mal wieder Lust darauf.
Hat man aber leider nicht immer. Bzw. erbeutet etwas, das die Neugierde wieder einmal für ein, zwei Mahlzeiten beruhigt.
Als ich letzte Woche einen kritischen Blick in mein Vorratsregal warf, entdeckte ich da so einiges, was mich ernsthaft grübeln ließ. Brauche ich wirklich 3 Sorten Linsen, 5 Sorten Reis, 10 Sorten Nudeln, 6 Pakete Getreide, 3 Tüten Haferflocken, 10 Gläser Apfelmus, eine ganze Batterie Backzutaten wie gemahlene, gehackte, gestiftete, gehobelte Mandeln und Haselnüsse, 4 Sorten Puddingpulver und gläserweise Aufstriche und Würzpasten?
Nein, brauche ich nicht.
Ganz davon abgesehen, dass sich manche Produkte schon gefährlich nahe am Verfallsdatum bewegen. Nicht, dass mich das stört, ich esse auch abgelaufene Nudeln, aber das zeigt mir einfach, wie lange ich die Sachen schon horte. Ein weiteres Problem: Die Wahrscheinlichkeit wächst, dass ich im September meine Wohnung auflöse und zum Männeke ziehe. Und ich sehe mich schon mit Schrecken, wie ich kistenweise altes Zeug zu dem Kerl schleife und in seinem Keller versenke.
Insofern habe ich beschlossen, bis zum Herbst keine "trockenen" Lebensmittel mehr zu kaufen, sondern das zu verbrauchen, was da ist. Bis zum letzten Reiskorn, wenn es sein muss. Das bedeutet, dass ich in der Woche über auch mal auf das Kantinen-Happa verzichte und selbst Gekochtes mitnehme. Erfolgsmeldungen über geleerte Vorratsgläser gibt es dann regelmäßig hier ;)
Montag, 19. Mai 2014
Aufreger der Woche #9 - Guru, guru, Blut ist im Schuh ...
Wenn Männeke und ich die Länge unserer Schuregale vergleichen, muss ich mich immer verdammt schnell geschlagen geben. Einen männlichen Schuhfetischisten im Haushalt zu haben ist nicht immer leicht - ich kann also die vielen leidgeplagten Männer verstehen, die zu stöhnen beginnen, sobald ihre Holde dieses Glitzern in den Augen beim Anblick eines Schuhgeschäfts bekommt.
Männeke schleift also regelmäßig neue Beutestücke nachhause, die er dann auch tatsächlich trägt. Und ich? Tja. Ich weiß nicht, ob es an meinem Füßen, meinem Geschmack oder der Auswahl in den Geschäften liegt, aber ich finde selten ein Paar, das
- passt
- gefällt
- weder nach Lady Gaga noch nach Hippie-Gedenk-Latschen aussieht
- keinen halben Monatslohn kostet
- hochwertig verarbeitet ist.
Einen der Punkte muss ich eigentlich bei jedem Paar streichen, und das geht mir schon seit Ewigkeiten auf den Zeiger. Um billige Schuhe und Trend-Marken mache ich seit jeher einen Bogen, aber selbst bei teureren Schuhen sieht es häufig mau aus. Nach Plastik müffelnd, weder Profil noch Fußbett, dafür mit elend harter Ferse, hohem Absatz und scharfen Kanten, sind sie maximal zum Sitzen geeignet. Ich habe Blasen, wunde Zehen, schmerzende Fersen und wundegescheuerte Knöchel.
Und die Verarbeitung? Nach einem Monat ist die Sohle bereits halb abgeschleift, nach einem halben Jahr löst sich der Kleber, nach einem Jahr zerbröselt das Obermaterial. Da ich täglich bis zu 6 km laufe, muss ich mich auf meine Treter verlassen können. Insofern kommt es oft vor, dass ich, sobald sich ein Paar als bequem herausstellt, ins Geschäft galoppiere und mir ein zweites Paar auf Vorrat kaufe. Damit ich nächstes Jahr noch was davon habe.
Ich weiß nicht, wie andere Frauen es schaffen, dutzende Paare zu besitzen. Glück? Kein Schmerzempfinden in den Zehen? Perfekt geformte Füße? Oder laufen sie ganz einfach nicht mit den Schuhen außerhalb des Büros?
Männeke schmunzelt mittlerweile nur noch über meine kümmerliche Auswahl (10 Paar, von denen ich bei 3 Paaren noch ungetragene Dubletten habe) und shoppt fleißig weiter. Hätte ich Männerfüße, dann wäre ich im Paradies - bei den Herrenschuhen gefällt mir irgendwie alles, nur will mir nichts davon passen. Also betrachte ich weiter grantelig die überquellenden Regale in den Damenabteilungen der Schuhläden. Das Leben ist nicht fair :(
Männeke schleift also regelmäßig neue Beutestücke nachhause, die er dann auch tatsächlich trägt. Und ich? Tja. Ich weiß nicht, ob es an meinem Füßen, meinem Geschmack oder der Auswahl in den Geschäften liegt, aber ich finde selten ein Paar, das
- passt
- gefällt
- weder nach Lady Gaga noch nach Hippie-Gedenk-Latschen aussieht
- keinen halben Monatslohn kostet
- hochwertig verarbeitet ist.
Einen der Punkte muss ich eigentlich bei jedem Paar streichen, und das geht mir schon seit Ewigkeiten auf den Zeiger. Um billige Schuhe und Trend-Marken mache ich seit jeher einen Bogen, aber selbst bei teureren Schuhen sieht es häufig mau aus. Nach Plastik müffelnd, weder Profil noch Fußbett, dafür mit elend harter Ferse, hohem Absatz und scharfen Kanten, sind sie maximal zum Sitzen geeignet. Ich habe Blasen, wunde Zehen, schmerzende Fersen und wundegescheuerte Knöchel.
Und die Verarbeitung? Nach einem Monat ist die Sohle bereits halb abgeschleift, nach einem halben Jahr löst sich der Kleber, nach einem Jahr zerbröselt das Obermaterial. Da ich täglich bis zu 6 km laufe, muss ich mich auf meine Treter verlassen können. Insofern kommt es oft vor, dass ich, sobald sich ein Paar als bequem herausstellt, ins Geschäft galoppiere und mir ein zweites Paar auf Vorrat kaufe. Damit ich nächstes Jahr noch was davon habe.
Ich weiß nicht, wie andere Frauen es schaffen, dutzende Paare zu besitzen. Glück? Kein Schmerzempfinden in den Zehen? Perfekt geformte Füße? Oder laufen sie ganz einfach nicht mit den Schuhen außerhalb des Büros?
Männeke schmunzelt mittlerweile nur noch über meine kümmerliche Auswahl (10 Paar, von denen ich bei 3 Paaren noch ungetragene Dubletten habe) und shoppt fleißig weiter. Hätte ich Männerfüße, dann wäre ich im Paradies - bei den Herrenschuhen gefällt mir irgendwie alles, nur will mir nichts davon passen. Also betrachte ich weiter grantelig die überquellenden Regale in den Damenabteilungen der Schuhläden. Das Leben ist nicht fair :(
Donnerstag, 8. Mai 2014
Das Ding mit der Regionalität
Letztens hatte ich eine interessante Diskussion mit einigen Bekannten, die so ziemlich alle "Fraktionen" der modernen Ernährungsformen abdecken: Die eine schwört auf Low Carb, die andere ist absolute Bio-Anhängerin, die nächste versucht sich seit gut einem Jahr in veganer Ernährung, die andere ist Teilzeit-Vegetarierin.
Ich bin der einzige Omnivor in der Runde, mal nebenbei *hüstel*
Trotzdem waren sich alle mehr oder minder einig, als es um das Thema der regionalen Lebensmittel geht: Ja, unbedingt.
Nicht nur, um die hiesige Landwirtschaft zu unterstützen, nein, auch aus gesundheitlichen und ökologischen Aspekten. Weniger Transport bedeutet weniger CO2, keine Ausbeute von Farmarbeitern irgendwo in Marokko oder Spanien, keine übertrieben frühe Ernte der Produkte, (hoffentlich) wenige bzw. kontrollierte Spritz- und Düngemittel und einfach das Gefühl, eine Möhre aus der direkten Nachbarschaft zu kauen statt eine, die aus Israel immigriert ist.
Als wir dann aber über biologisch erzeugte Produkte aus der Region redeten, wurde es schon etwas finsterer in der Runde, denn da war die Auswahl verdammt mau, besonders im Winter bzw. frühen Frühjahr. Wir hatten also ein Dilemma: Bio und vom anderen Ende der Welt, oder regional und dafür konventionell. Wirklich einig wurden wir uns nicht, und alle berichteten, dass sie da einfach zweigleisig fahren. Nur die Bioanhängerin lebte lieber mit ihren Williams Christ Birnen aus Südamerika.
Für mich selbst kommt noch erschwerend hinzu, dass ich nur wenig Fructose vertrage und bei fast allen Kohlsorten beinahe einen Tag Krankenschein machen muss, um die Magenkrämpfe loszuwerden. Insofern würde regionale Kost für mich bedeuten, im Winter fast nichts Frisches essen zu dürfen - das Wintergemüse ist sehr kohllastig, das Winterobst besteht fast ausschließlich aus Äpfeln und Birnen und mit etwas Glück Trauben, die ich roh nicht mal in winzigen Mengen vertrage. Ich greife also notgedrungen zu Zitrusfrüchten, ein paar exotischen Schmankerln wie Litschi sowie bergeweise Paprika, um nicht am Skorbut dahinzusiechen.
Das ist weder biologisch (zumindest teilweise) noch ökologisch und am allerwenigsten regional, hilft mir aber leider nichts. Glücklich macht es mich nicht, dafür freue ich mir hingegen im Sommer einen Ast und esse mich an den frischen Beeren und Gemüsesorten vom Markt kugelig. Aber reicht das für meinen ökologischen Fußabdruck, wenn ich dafür den ganzen Winter über Paprika, Zucchini und Orangen aus südlichen Ländern verzehre? Darf ich meinen Magen als Ausrede nutzen, um weiterhin (nicht gerade wenig) Import-Lebensmittel zu vertilgen?
Ich versuche schon, an allen möglichen Stellen einzulenken - ziehe eigene Erdbeeren und Kräuter, verarbeite gefundenes Fallobst zu Kuchen oder Kompott, esse so viel regionales Gemüse wie ich kann (nach 5 Tagen Lauch mit Möhren und Kartoffeln in allen Variationen ist irgendwann die Schmerzgrenze erreicht). Damit kann ich mein Gewissen zumindest etwas besänftigen. Ich würde gern mehr tun, aber ich kann nicht. Wirklich zufrieden macht einen das nicht, aber das Leben ist eben kein Wunschkonzert.
Ich bin der einzige Omnivor in der Runde, mal nebenbei *hüstel*
Trotzdem waren sich alle mehr oder minder einig, als es um das Thema der regionalen Lebensmittel geht: Ja, unbedingt.
Nicht nur, um die hiesige Landwirtschaft zu unterstützen, nein, auch aus gesundheitlichen und ökologischen Aspekten. Weniger Transport bedeutet weniger CO2, keine Ausbeute von Farmarbeitern irgendwo in Marokko oder Spanien, keine übertrieben frühe Ernte der Produkte, (hoffentlich) wenige bzw. kontrollierte Spritz- und Düngemittel und einfach das Gefühl, eine Möhre aus der direkten Nachbarschaft zu kauen statt eine, die aus Israel immigriert ist.
Als wir dann aber über biologisch erzeugte Produkte aus der Region redeten, wurde es schon etwas finsterer in der Runde, denn da war die Auswahl verdammt mau, besonders im Winter bzw. frühen Frühjahr. Wir hatten also ein Dilemma: Bio und vom anderen Ende der Welt, oder regional und dafür konventionell. Wirklich einig wurden wir uns nicht, und alle berichteten, dass sie da einfach zweigleisig fahren. Nur die Bioanhängerin lebte lieber mit ihren Williams Christ Birnen aus Südamerika.
Für mich selbst kommt noch erschwerend hinzu, dass ich nur wenig Fructose vertrage und bei fast allen Kohlsorten beinahe einen Tag Krankenschein machen muss, um die Magenkrämpfe loszuwerden. Insofern würde regionale Kost für mich bedeuten, im Winter fast nichts Frisches essen zu dürfen - das Wintergemüse ist sehr kohllastig, das Winterobst besteht fast ausschließlich aus Äpfeln und Birnen und mit etwas Glück Trauben, die ich roh nicht mal in winzigen Mengen vertrage. Ich greife also notgedrungen zu Zitrusfrüchten, ein paar exotischen Schmankerln wie Litschi sowie bergeweise Paprika, um nicht am Skorbut dahinzusiechen.
Das ist weder biologisch (zumindest teilweise) noch ökologisch und am allerwenigsten regional, hilft mir aber leider nichts. Glücklich macht es mich nicht, dafür freue ich mir hingegen im Sommer einen Ast und esse mich an den frischen Beeren und Gemüsesorten vom Markt kugelig. Aber reicht das für meinen ökologischen Fußabdruck, wenn ich dafür den ganzen Winter über Paprika, Zucchini und Orangen aus südlichen Ländern verzehre? Darf ich meinen Magen als Ausrede nutzen, um weiterhin (nicht gerade wenig) Import-Lebensmittel zu vertilgen?
Ich versuche schon, an allen möglichen Stellen einzulenken - ziehe eigene Erdbeeren und Kräuter, verarbeite gefundenes Fallobst zu Kuchen oder Kompott, esse so viel regionales Gemüse wie ich kann (nach 5 Tagen Lauch mit Möhren und Kartoffeln in allen Variationen ist irgendwann die Schmerzgrenze erreicht). Damit kann ich mein Gewissen zumindest etwas besänftigen. Ich würde gern mehr tun, aber ich kann nicht. Wirklich zufrieden macht einen das nicht, aber das Leben ist eben kein Wunschkonzert.
Montag, 5. Mai 2014
Ausmisten im Kleiderschrank
2 1/2 Wochen Urlaub in der Heimat, und ich bin eher platt als erholt: 3 große Geburtstagsfeiern, Ostern, Kommunion vom Nachbarskind, Tod des Großvaters. Uff.
Ich hatte mir unendlich viel vorgenommen an den freien Tagen, aber wie das so ist, kriegt man am Ende doch nur einen Bruchteil davon gebacken. Aber immerhin - eine Großbaustelle habe ich abgehakt. Und zwar die, die mich schon seit Jahren stört, nämlich meine frühere Sammelwut für Röcke.
Ich wollte es selbst kaum glauben, aber als ich in allen Schränken und auf dem Speicher kramte, ahnte ich schon, dass diese Ausmistung ein Klops wird. Geplant war, alle Röcke hervorzuholen, auf einen Haufen zu legen, durchzuprobieren und dann zu entscheiden, welche ich behalte und welche nicht.
Während ich also die Schränke durchwühlte und Rock um Rock zutage beförderte, wurde es allmählich finster. 30 Minuten später zählte ich dann durch, und mich traf fast der Schlag: Mehr als 50 Röcke. Und da fehlten sogar noch einige, die in meiner zweiten Wohnung in Hannover hängen. Urgs.
Von den Röcken sortierte ich dann so viele aus, dass am Ende nur noch 6 Stück übrig blieben, die ich absolut und ohne Zaudern behalten wollte. Der Rest wird bei Kleiderkreisel, ebay und Co. eingestellt und findet hoffentlich einen Besitzer, der ihn auch wirklich trägt.
So sehr mich anfangs ja die Vorstellung erschreckte, meine Schränke derart radikal zu leeren, ist das Gefühl, vor so vielen leeren Kleiderbügeln zu stehen, wunderbar befreiend. Paradox, oder? Statt in Panik ausbrechen, weil einem die Felle, äh, Klamotten wegschwimmen, winkt man ihnen fröhlich nach und betrachtet die zurückgebliebenen Stücke mit frisch erblühter Begeisterung. Denn die gefallen, die passen, die mag man einfach.Den Rest zog man einmal im Jahr an, drehte sich unglücklich und murrend vor dem Spiegel hin und her, zog das Teil wieder aus und griff zum Lieblingsrock. Solche "Na Ja"-Sachen trägt man nicht gern. Punkt.
Ich habe mir vorgenommen, noch mehr dieser Ausmist-Aktionen zu starten, in meinen Schränken warten unter anderem noch Berge von Oberteilen, die zwar passen, mir aber farblich nicht mehr zusagen. Insofern vermutlich ein Fall für eine ausgiebige Färbeaktion in der Waschmaschine. Ich werde berichten!
Ich hatte mir unendlich viel vorgenommen an den freien Tagen, aber wie das so ist, kriegt man am Ende doch nur einen Bruchteil davon gebacken. Aber immerhin - eine Großbaustelle habe ich abgehakt. Und zwar die, die mich schon seit Jahren stört, nämlich meine frühere Sammelwut für Röcke.
Ich wollte es selbst kaum glauben, aber als ich in allen Schränken und auf dem Speicher kramte, ahnte ich schon, dass diese Ausmistung ein Klops wird. Geplant war, alle Röcke hervorzuholen, auf einen Haufen zu legen, durchzuprobieren und dann zu entscheiden, welche ich behalte und welche nicht.
Während ich also die Schränke durchwühlte und Rock um Rock zutage beförderte, wurde es allmählich finster. 30 Minuten später zählte ich dann durch, und mich traf fast der Schlag: Mehr als 50 Röcke. Und da fehlten sogar noch einige, die in meiner zweiten Wohnung in Hannover hängen. Urgs.
Von den Röcken sortierte ich dann so viele aus, dass am Ende nur noch 6 Stück übrig blieben, die ich absolut und ohne Zaudern behalten wollte. Der Rest wird bei Kleiderkreisel, ebay und Co. eingestellt und findet hoffentlich einen Besitzer, der ihn auch wirklich trägt.
So sehr mich anfangs ja die Vorstellung erschreckte, meine Schränke derart radikal zu leeren, ist das Gefühl, vor so vielen leeren Kleiderbügeln zu stehen, wunderbar befreiend. Paradox, oder? Statt in Panik ausbrechen, weil einem die Felle, äh, Klamotten wegschwimmen, winkt man ihnen fröhlich nach und betrachtet die zurückgebliebenen Stücke mit frisch erblühter Begeisterung. Denn die gefallen, die passen, die mag man einfach.Den Rest zog man einmal im Jahr an, drehte sich unglücklich und murrend vor dem Spiegel hin und her, zog das Teil wieder aus und griff zum Lieblingsrock. Solche "Na Ja"-Sachen trägt man nicht gern. Punkt.
Ich habe mir vorgenommen, noch mehr dieser Ausmist-Aktionen zu starten, in meinen Schränken warten unter anderem noch Berge von Oberteilen, die zwar passen, mir aber farblich nicht mehr zusagen. Insofern vermutlich ein Fall für eine ausgiebige Färbeaktion in der Waschmaschine. Ich werde berichten!
Mittwoch, 23. April 2014
Mein Toaster, mein Reiskocher und ich - Teil 3
Bereits in den vohergehenden Postings berichtete ich von den elektrischen Haushaltsgeräten, die mir übel aufstoßen, weil sie Platz rauben, selten das tun, was sie eigentlich können sollten und vor denen man trotz besserem Wissen irgendwie nie so ganz sicher ist.
Zum Einlesen hier die vorhergehenden Posts:
Mein Toaster, mein Reiskocher und ich - Teil 1
Mein Toaster, mein Reiskocher und ich - Teil 2
Bad:
Aber noch sind wir ja nicht ganz durch. Ein Räumchen fehlt - dort, wo kein Tageslicht hinkommt. Macht euch schmal, jetzt geht es in den
Abstellraum:
Daraus ziehe ich die Konsequenzen und werde mich von einigen trennen. Als Abnehmer haben sich schon Freunde und Bekannte herauskristallisiert (getreu nach dem Motto: "Wollte ich mir schon immer mal kaufen!" - na dann: Bitteschön). Den Rest versuche ich, über ebay an den Mann zu bringen.
Insofern: Was darf nun alles meine Wohnung verlassen?
Wahnsinn, oder? Auf einen Schlag so viele Geräte zu identifizieren, die ich absolut nicht brauche, ist erschütternd. Wenn man dann noch bedenkt, dass die allesamt meine 50 qm zumüllen, umso mehr. Es sind alles keine großen, wuchtigen Geräte, und doch rauben sie Platz.
Angenehm ist der Gedanke, einen ganzen Schwung Plastik loszuwerden und dafür mit plastikfreien Alternativen arbeiten zu können - und natürlich mit den Händen, ganz klar. In erster Linie unterstützen diese elektrischen Helferlein ja nur unsere angeborene Faulheit und unseren Drang nach neuem Spielzeug. Zumindest habe ich nun gelernt, in Zukunft etwas bedachter an etwaige Käufe heranzugehen, um mir weitere dieser Ausmist-Aktionen in Zukunft zu ersparen.
Zum Einlesen hier die vorhergehenden Posts:
Mein Toaster, mein Reiskocher und ich - Teil 1
Mein Toaster, mein Reiskocher und ich - Teil 2
Auf in die letzte Runde!
Im letzten Teil der Inventur-Runde durch meine Wohnung werfe ich ein Blick ins "Feuchtgebiet", wo sich allerlei Beauty-Gerätschaften befinden. Also auf insBad:
- Elektrische Zahnbürste: Laut Zahnarzt die beste Art, die Beißer sauber zu halten. Finde ich auch - brauche ich 2 x täglich (eine Zahl < 2 wäre ja jetzt auch echt bäh)
- Föhn: Am Wochenende kann ich auf das Gepuste durchaus verzichten, da trocknet mein Pixie auch an der Luft. In der Woche will ich aber ungern um 5.30 Uhr mit nassen Haaren rausgehen. Insofern ist der Föhn ein Muss für mich, leider. Der hier ist außerdem klein und klappbar, perfekt für Reisen - brauche ich 5 x pro Woche
- Föhn 2: Mist, erwischt. Streng genommen brauche ich tatsächlich nur einen Föhn. Müsste ich mich entscheiden, würde ich vermutlich den kleinen oben behalten, den großen Kawenzmann verschenke ich dann weiter - brauche ich nie --> verzichtbar!
- Lockenwickler: Zu meinen Langhaar-mit-Stufen-Zeiten tüddelte ich die äußeren Partien gern nach außen, indem ich eine Rundbürste mit integriertem Föhn durch die Haare zog. Bei meinen streichholzkurzen Haaren ist das jetzt Unfug, der Wickler fängt nur Staub - brauche ich nie --> verzichtbar!
- Heizlüfter: Ach du lieber Gott. Das Ding ist nun wirklich die peinlichste Elektroleiche in meiner Wohnung - Stromvernichter, Bakterienschleuder, hässlich wie die Nacht und laut noch dazu. Für warme Füße nutze ich doch lieber Heizung oder Socken - brauche ich nie --> verzichtbar!
Aber noch sind wir ja nicht ganz durch. Ein Räumchen fehlt - dort, wo kein Tageslicht hinkommt. Macht euch schmal, jetzt geht es in den
Abstellraum:
- Staubsauger: Ohne Sauger hat man 2 Möglichkeiten: Wischen und die Teppiche Teppiche sein lassen, oder die Teppiche nach draußen schleifen und ausklopfen. Bei einem 3 x 4 Meter großen Flokati, auf dem eine Eckcouch und ein kleiner Tisch steht, überlege ich mir die Schleiferei lieber gut und sauge währenddessen munter weiter - brauche ich 1 x pro Woche
- Waschmaschine: Öh ... brauche ich da noch ein Pro-Argument? Waschbretter sieht man heuzutage ja dann doch lieber an gut gebauten Männerkörpern ;-) - brauche ich 1 x pro Woche
- Sandwichmaker: Ups, die nächste Leiche. Ein Triple-Gerät zum Grillen, Sandwich-Quetschen und Waffeln backen. Nett, aber unhandlich, brenzlich nach schmurgelndem Plastik riechend und doof zu reinigen - brauche ich 1 x pro Jahr --> verzichtbar!
- Pürierstab: Für Suppen und Marmelade verdammt praktisch, aber laaaaaut wie sonst was. Die Benutzung ist mir also sehr unangenehm - brauche ich 1 x pro Monat --> verzichtbar!
- Espressokocher: Vom Männeke vererbt, der lieber seinen Automaten um die schwarze Grütze aka Espresso bemüht. Da ich keinen Espresso trinke und der aus dem Gerät schmeckt wie angekokelt, verkaufe ich das Gerät bald - brauche ich nie --> verzichtbar!
- Bügeleisen: Wer näht, der bügelt - zwangsläufig. Zähle ich die Arbeitsstunden eines Nähstücks zusammen, fallen davon locker 70 % auf Zuschneiden und Stecken, 20 % Bügeln (Nahtzugaben umbügeln - hurz ...) und gerade mal 10 % effektives Nähen. Ach ja, und meine Pullis, Unterhemden und Jeans bügele ich auch. So piefig bin ich dann doch. Insofern - brauche ich täglich
- Gästebett: Wenn man davon absieht, dass das Ding elend unbequem ist und über Nacht gemütlich Luft verliert, ist es auch noch laut wie ein Staubsauger, wenn es sich aufpustet. Nüscht mit nachts schnell mal Bettchen machen also. Meine Gäste residieren dann doch lieber auf der Couch - brauche ich nie --> verzichtbar!
Nach der Bestandsaufnahme ist vor der Trennung
Ja, das war mir von Anfang an klar gewesen, als ich die Inventur startete - so ganz ohne Trennungsschmerz geht das nicht von der Bühne. Ich habe in alle Ecke geschaut, ich habe mein Nutzungsverhalten analysiert und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich zahlreiche Geräte wenig bzw. gar nicht benutze.Daraus ziehe ich die Konsequenzen und werde mich von einigen trennen. Als Abnehmer haben sich schon Freunde und Bekannte herauskristallisiert (getreu nach dem Motto: "Wollte ich mir schon immer mal kaufen!" - na dann: Bitteschön). Den Rest versuche ich, über ebay an den Mann zu bringen.
Insofern: Was darf nun alles meine Wohnung verlassen?
- D-LAN: Die Adapter kommen zum Männeke - dort werde ich ab Sommer Telearbeit machen, und er zieht mit seinem Büro unters Dach. Da er kein W-LAN bzw. voll vernetzte Zimmer hat, sind die Adapter hier gut zu gebrauchen, um auch ihm Zugang zum Internet zu gewähren.
- Cafissimo: Entweder wird sie an eine gute Freundin verschenkt, oder ich verkaufe sie weiter. Auf jeden Fall kommt sie weg, den frei gewordenen Platz kann ich besser nutzen.
- Eismaschine: Pünktlich zum Saisonstart landet das Gerät bei ebay und wird einen anderen Käufer hoffentlich glücklich machen. Ich hole mir dann wieder wie immer meine zwei Kugeln beim Italiener in der Innenstadt.
- Föhn: Einer geht, einer bleibt. Ich behalte wohl den kleinen, den großen schenke ich meiner Mutter.
- Lockenwickler: Auch den kriegt Muttern. Wech damit, Haare tüddel ich nicht mehr.
- Heizlüfter: Wer das olle Ding haben will, der kriegt noch nen Zehner von mir dazu ;)
- Sandwichmaker: Klar, dass der wegkommt. Das Ding sieht weder hübsch aus noch ist es sonderlich praktisch.
- Pürierstab: Auch der kommt weg. Ein Gerät, das ich nur mit Oropax benutzen kann, ist mir nicht geheuer. Was ich pürieren will, kann ich auch mit der Lotte oder dem Kartoffelstampfer kleinkriegen.
- Espressokocher: Der stand schon die ganze Zeit über auf der roten Liste. Sobald er sein Foto-Shooting hinter sich hat, darf er bei ebay nach einem neuen Zuhause suchen.
- Gästebett: Ich behalte es noch, solange ich zwischen zwei Wohnungen grätsche. Sobald ich fest bei Männeke wohne, kommt das Ding weg - Männeke hat genug Schlafplätzchen für Besucher.
Wahnsinn, oder? Auf einen Schlag so viele Geräte zu identifizieren, die ich absolut nicht brauche, ist erschütternd. Wenn man dann noch bedenkt, dass die allesamt meine 50 qm zumüllen, umso mehr. Es sind alles keine großen, wuchtigen Geräte, und doch rauben sie Platz.
Angenehm ist der Gedanke, einen ganzen Schwung Plastik loszuwerden und dafür mit plastikfreien Alternativen arbeiten zu können - und natürlich mit den Händen, ganz klar. In erster Linie unterstützen diese elektrischen Helferlein ja nur unsere angeborene Faulheit und unseren Drang nach neuem Spielzeug. Zumindest habe ich nun gelernt, in Zukunft etwas bedachter an etwaige Käufe heranzugehen, um mir weitere dieser Ausmist-Aktionen in Zukunft zu ersparen.
Freitag, 18. April 2014
Aufreger der Woche #8 - Qualität auf Talfahrt
Seit ich einen Großteil meiner Kleidung gebraucht kaufe, etwa über kleiderkreisel.de oder ebay, betrete ich kaum noch Klamottenläden. Insofern komme ich kaum noch in Berührung mit dem, was landläufig die "neue Kollektion" geschimpft wird, sondern trage eben das, was letztes Jahr verkauft wurde.
Bei meinen letzten Second Hand-Käufen fiel mir allerdings mehr und mehr auf, dass die Qualität vieler Marken über die Jahre nachgelassen hat - während die Neupreise teilweise gewaltig stiegen. Manche meiner Pullover von Marke X besitze ich schon seit Jahren, sie bestehen aus angenehm dicker Baumwolle, sind gut verarbeitet und weder verzogen noch verrupft. Die trage ich wirklich auf, bis nichts mehr geht - auf Trends pfeife ich. Aber die Stücke aus den neueren Kollektionen? Ein Graus. Nicht nur, dass der Stoff dünn und fadenscheinig ist, die Oberteile leiern schon beim Probieren so aus, als hätte man sie bereits 2 Tage lang getragen. 10 Mal waschen, und das Shirt ist ein Putzlappen.
Die Röcke, die von Marke Y stammen, waren vor etwa 5 Jahren ganz herrliche Stücke aus seidenweichem Batist, angenehm lang und schwingend. Und heute? Kunstfaser, knatscheng, mit grausligen Mustern und ganz fies vernäht. Neupreis wie gehabt bei mindestens 50 Ocken.
Und so geht es immer weiter. Schuhe: Früher schrubbte ich in denen über 2 Jahre täglich 5 km, heute verabschiedet sich nach einem Quartal schon die Sohle. Meine Brillenfassungen waren von Marke Z absolut unverwüstlich, bis ich beim nächsten Modell dem Lack schon nach einem Monat beim Bröseln zusehen konnte. Reklamation brachte mir nur ein zweites Bröselmodell ein.
Ansonsten hilft einfach der geübte, kritische Blick, wenn man ein Kleidungsstück in die Hand nimmt:
Stoff:
Damit steht und fällt eigentlich das ganze Kleidungsstück. Schlechtes Material kann nie ein gutes Endprodukt werden, egal in welcher Branche. Insofern ist hier wichtig:
Wie ist die Qualität des Stoffes? Ist er sehr dünn, fast schon durchscheinend? (bei Sommergarderobe natürlich eher gewünscht) Gibt der Stretch mehr nach als beabsichtigt? Findet man gar schon Löcher im Gewebe bzw. an den Nahtstellen? Wie hoch ist der Anteil natürlicher Fasern? Und nach dem Kauf: Blutet die Farbe sehr stark aus?
Muster:
Ob kariert, gestreift, geblümt oder gepunktet: Gemusterte Stoffe sind anspruchsvoll, was die Verarbeitung angeht, und daran entlarvt man eigentlich relativ leicht schlampige Zuschnitte und Näharbeiten. Denn der Rapport, also die kleinste Einheit eines sich wiederholenden Musters, sollte im fertigen Kleidungsstück harmonisch an den Nähten zusammenstoßen. Je größer der Rapport ist, desto kniffliger wird das ganze und desto mehr Verschnitt entsteht beim Stoff. Entsprechend sind minderwertige gemusterte Stücke häufig mehr schlecht als recht zusammengestoppelt und wirken dadurch unruhig.
Ein gutes Beispiel sind Business-Anzüge: Schaut euch mal teure Sakkos mit Nadelstreifen an - die Streifen treffen an Nähten und an den Taschen immer exakt aufeinander.
Und Karostoff gilt als Material für Fortgeschrittene und bekommt in manchen meiner Nähbücher sogar ein eigenes Kapitel für den Zuschnitt gewidmet.
Zuschnitt:
Kleidung von der Stange sind keine Maßanfertigung, das muss man sich immer vor Augen führen. Es sind Standard-Schnitte in Standard-Größen. Insofern ist es kaum zu vermeiden, dass ein Kleid Person A zufällig passt wie angegossen, während es an Person B Falten und Beulen wirft.
Dennoch dürfen die Zuschnitte nicht ungleichmäßig sein: Unterschiedlich lange Ärmel, Röcke, die vorne kürzer sind als hinten, schiefe Taillen oder ungleiche Schultern kann man leicht entdecken, wenn man Kleidungsstücke mittig zusammenfaltet und die beiden Hälften auf ungleiche Stellen kontrolliert. Teilweise sind sogar zwei exakt gleiche Kleidungsstücke unterschiedlich geschnitten - es schadet also nie, bei der Anprobe zwei Exemplare mitzunehmen und beide zu testen.
Nähte:
Jetzt geht es allmählich an die Details. Nähte sollen in erster Linie den Stoff zusammenhalten, logisch. Wer selbst näht (und auf Qualität achtet), weiß, wie schwierig gute Nähte sind und wie oft man vermurkste wieder auftrennen muss - eine schlampige Naht kann im Extremfall das ganze Kleidungsstück ruinieren, wenn sie etwa ausfranst auf gar aufreißt. Insofern sollte man skeptisch werden, wenn man lose Fäden findet, die Naht bereits stellenweise aufgelöst ist, die Stiche sehr lang oder unregelmäßig sind und ein minderwertiges und schnell reißendes Garn verwendet wurde. Industriell gefertigte Shirts werden häufig mit Over- und Coverlockmaschinen vernäht, die beim Nähen bereits zuschneiden bzw. eine Doppelnäht samt Zickzack-Versäuberung in einem Arbeitsgang erledigen. Diese Nähte dröseln sich erfahrungsgemäß sehr gern auf, wenn der Stoff etwa nicht genau aufeinanderlag.
Informationen:
Die im Innern eingenähten Etiketten werden meistens ungelesen herausgetrennt und entsorgt - weil sie kratzen, sich abzeichen und einfach nerven. Trotzdem sollte man einen Blick riskieren, denn diese Zettelchen geben einige Infos über Material, Herkunft, besondere Pflegehinweise (abfärbende Stoffe etwa) und enthalten im besten Falle auch Ersatzteile wie Knöpfe.
Fehlen diese Etiketten komplett, ist allerhöchste Vorsicht geraten - dann hält man häufig ein illegal hergestelltes Stück in den Händen, bei dem man nicht nachvollziehen kann, aus welchem Stoff es ist und woher es stammt. Lieber Finger weg!
Bei meinen letzten Second Hand-Käufen fiel mir allerdings mehr und mehr auf, dass die Qualität vieler Marken über die Jahre nachgelassen hat - während die Neupreise teilweise gewaltig stiegen. Manche meiner Pullover von Marke X besitze ich schon seit Jahren, sie bestehen aus angenehm dicker Baumwolle, sind gut verarbeitet und weder verzogen noch verrupft. Die trage ich wirklich auf, bis nichts mehr geht - auf Trends pfeife ich. Aber die Stücke aus den neueren Kollektionen? Ein Graus. Nicht nur, dass der Stoff dünn und fadenscheinig ist, die Oberteile leiern schon beim Probieren so aus, als hätte man sie bereits 2 Tage lang getragen. 10 Mal waschen, und das Shirt ist ein Putzlappen.
Die Röcke, die von Marke Y stammen, waren vor etwa 5 Jahren ganz herrliche Stücke aus seidenweichem Batist, angenehm lang und schwingend. Und heute? Kunstfaser, knatscheng, mit grausligen Mustern und ganz fies vernäht. Neupreis wie gehabt bei mindestens 50 Ocken.
Und so geht es immer weiter. Schuhe: Früher schrubbte ich in denen über 2 Jahre täglich 5 km, heute verabschiedet sich nach einem Quartal schon die Sohle. Meine Brillenfassungen waren von Marke Z absolut unverwüstlich, bis ich beim nächsten Modell dem Lack schon nach einem Monat beim Bröseln zusehen konnte. Reklamation brachte mir nur ein zweites Bröselmodell ein.
Auf der Jagd nach der verlorenen Qualität
Mittlerweile scheint es wirklich eine Herausforderung zu sein, Mode mit halbwegs passabler Qualität zu finden. Sich am Preis zu orientieren ist keine Lösung, viele Marken verlangen wahre Mondpreise, damit man ihre stylischen Läden und Werbekampagnen mit finanziert. Als qualitätsbewusster Mensch wird man also zum Jäger, der durch die Stadt läuft und verzweifelt etwas sucht, dass er nicht schon nach einmaligen Tragen entsorgen kann.Was also tun?
Zum einen natürlich - auftragen. Aber irgendwann ist auch das beste Shirt mal verwaschen, der Lieblingsrock fadenscheinig, die Schuhe durchgelatscht. Eine halbwegs sichere Alternative sind natürlich die vielen Zertifizierungen und Labels der "grünen" Mode. Wenn man sich an den Gedanken gewöhnt hat, für ein Kleidungsstück das Zwei- bis Dreifache des Preises zu zahlen, den man in konventionellen Läden verlangt, bekommt man dafür auch passable Kleidung.Ansonsten hilft einfach der geübte, kritische Blick, wenn man ein Kleidungsstück in die Hand nimmt:
Stoff:
Damit steht und fällt eigentlich das ganze Kleidungsstück. Schlechtes Material kann nie ein gutes Endprodukt werden, egal in welcher Branche. Insofern ist hier wichtig:
Wie ist die Qualität des Stoffes? Ist er sehr dünn, fast schon durchscheinend? (bei Sommergarderobe natürlich eher gewünscht) Gibt der Stretch mehr nach als beabsichtigt? Findet man gar schon Löcher im Gewebe bzw. an den Nahtstellen? Wie hoch ist der Anteil natürlicher Fasern? Und nach dem Kauf: Blutet die Farbe sehr stark aus?
Muster:
Ob kariert, gestreift, geblümt oder gepunktet: Gemusterte Stoffe sind anspruchsvoll, was die Verarbeitung angeht, und daran entlarvt man eigentlich relativ leicht schlampige Zuschnitte und Näharbeiten. Denn der Rapport, also die kleinste Einheit eines sich wiederholenden Musters, sollte im fertigen Kleidungsstück harmonisch an den Nähten zusammenstoßen. Je größer der Rapport ist, desto kniffliger wird das ganze und desto mehr Verschnitt entsteht beim Stoff. Entsprechend sind minderwertige gemusterte Stücke häufig mehr schlecht als recht zusammengestoppelt und wirken dadurch unruhig.
Ein gutes Beispiel sind Business-Anzüge: Schaut euch mal teure Sakkos mit Nadelstreifen an - die Streifen treffen an Nähten und an den Taschen immer exakt aufeinander.
Und Karostoff gilt als Material für Fortgeschrittene und bekommt in manchen meiner Nähbücher sogar ein eigenes Kapitel für den Zuschnitt gewidmet.
Zuschnitt:
Kleidung von der Stange sind keine Maßanfertigung, das muss man sich immer vor Augen führen. Es sind Standard-Schnitte in Standard-Größen. Insofern ist es kaum zu vermeiden, dass ein Kleid Person A zufällig passt wie angegossen, während es an Person B Falten und Beulen wirft.
Dennoch dürfen die Zuschnitte nicht ungleichmäßig sein: Unterschiedlich lange Ärmel, Röcke, die vorne kürzer sind als hinten, schiefe Taillen oder ungleiche Schultern kann man leicht entdecken, wenn man Kleidungsstücke mittig zusammenfaltet und die beiden Hälften auf ungleiche Stellen kontrolliert. Teilweise sind sogar zwei exakt gleiche Kleidungsstücke unterschiedlich geschnitten - es schadet also nie, bei der Anprobe zwei Exemplare mitzunehmen und beide zu testen.
Nähte:
Jetzt geht es allmählich an die Details. Nähte sollen in erster Linie den Stoff zusammenhalten, logisch. Wer selbst näht (und auf Qualität achtet), weiß, wie schwierig gute Nähte sind und wie oft man vermurkste wieder auftrennen muss - eine schlampige Naht kann im Extremfall das ganze Kleidungsstück ruinieren, wenn sie etwa ausfranst auf gar aufreißt. Insofern sollte man skeptisch werden, wenn man lose Fäden findet, die Naht bereits stellenweise aufgelöst ist, die Stiche sehr lang oder unregelmäßig sind und ein minderwertiges und schnell reißendes Garn verwendet wurde. Industriell gefertigte Shirts werden häufig mit Over- und Coverlockmaschinen vernäht, die beim Nähen bereits zuschneiden bzw. eine Doppelnäht samt Zickzack-Versäuberung in einem Arbeitsgang erledigen. Diese Nähte dröseln sich erfahrungsgemäß sehr gern auf, wenn der Stoff etwa nicht genau aufeinanderlag.
Informationen:
Die im Innern eingenähten Etiketten werden meistens ungelesen herausgetrennt und entsorgt - weil sie kratzen, sich abzeichen und einfach nerven. Trotzdem sollte man einen Blick riskieren, denn diese Zettelchen geben einige Infos über Material, Herkunft, besondere Pflegehinweise (abfärbende Stoffe etwa) und enthalten im besten Falle auch Ersatzteile wie Knöpfe.
Fehlen diese Etiketten komplett, ist allerhöchste Vorsicht geraten - dann hält man häufig ein illegal hergestelltes Stück in den Händen, bei dem man nicht nachvollziehen kann, aus welchem Stoff es ist und woher es stammt. Lieber Finger weg!
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