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Donnerstag, 12. Juni 2014

Sonnentasche

Für die Sommerurlaube (jaha, dieses Jahr sind es zwei *freu* Einmal 8 Tage traditioneller Eltern-Urlaub am Bodensee, einmal 7 Tage mit Männeke nach Malle *wuhu*) brauche ich noch unbedingt eine schicke, praktische Tasche - alle anderen sind mittlerweile so verratzt, dass ich sie echt nicht mehr ausführen mag.

Farblich wollte ich etwas in schönen, frischen Sommerfarben - und fand einen hübschen Patchworkstoff in meinem Fundus.


Da ich gerade bei Ausflügen die Hände frei haben will, kam für die Trageart nur ein Querträger in Frage. Der Gurt stammt von einer alten, ausgeschlachteten Tasche aus meiner Jugendzeit, krötenhässlich, das Ding.

Um die Geometrie des Patchworks nicht zu stören, ist die Taschenform quadratisch.

Beim Futter ist schlichtes weißes Leinen verarbeitet, die Innentaschen stammen von Resten des Außenstoffs.


Und da ich gerade so schön am Nähen war, huschte auch noch ein Buchbeutel über das Maschinchen - ich ärgere mich nämlich gerade bei etwas teureren Büchern immer, wenn sie in meinen Taschen so verschrabbelt und verkratzt herauskommen.


Den Stoff hortete ich schon seit Monaten, wusste aber wenig damit anzufangen, weil er so dünn und zart ist. Für solche leichten, wenig strapazierten Taschen ist er jedoch ideal, weil er sich schön formen und nähen lässt.
Die Borte war noch ein Fitzelchen Rest, der wirklich auf den Zentimeter reichte.

Dank üppig geschnittenem Beutel und Reißverschluss kann ich nun auch mal 2 Bücher mit den Urlaub nehmen :)

Sonntag, 2. März 2014

The Holy Umhängetäschle


Gleich zwei Erbstücke stecken in dieser schlichten kleinen Handtasche, die ich mir für die zukünftigen Sommertage genäht habe:


Zum einen eine klassische alte Schürze mit einem ganz wunderhübschen Spitzen-Täschlein - zum Kochen war mir das Stück immer zu schade und ehrlich gesagt auch zu klein. Gerade obenrum, in der klassischen Spritz-Zone, war der Schutz doch arg dürftig. Und das ständige Geknöpfe und Geknote beim Anziehen machte die Schürze auch nicht unbedingt benutzerfreundlicher. Ganz davon abgesehen, dass ich mit dem Ding wirklich aussah wie ein Zimmermädchen anno Dazumal ;-)


Die zweite Zutat ist tatsächlich hochoffiziell kirchlich geweiht: Durch das Heimatdorf meiner Großmutter prozessierte früher immer an Fronleichnam die gesamte Gemeinde, und vor ausgewählten Häusern wurden kleine Altare aufgestellt, vor denen man anhielt und den Segen sprach. Meine Großmutter hat auch einmal einen solchen Altar errichtet - dazu gehörte eine Decke aus rotem Leinen und darüber ein weißes Deckchen mit Spitzenbesatz.


Quelle: bistum-augsburg.de
Eben diese rote Leinendecke fiel mir irgendwann mal in die Hände, als wir das Haus der Großmutter nach ihrem Tod räumten. Ich wusste von seiner Vergangenheit und scheute mich lange, diesen Stoff zu zerschneiden. Aberglaube? Nö, eigentlich nicht, aber ich wollte ungern etwas verwerten, was nicht für "weltliche" Zwecke gedacht war.

Irgendwann aber überkam mich der Rappel, so ein gutes Stück in der Stoffkiste schmoren zu lassen, und ich entschloss mich dazu, dass daraus ein Sonntags-Ausgehtäschlein wird. Passt durch die rot-weiße Farbe ganz wunderbar zu meinen Sommerröcken und wird mit Sicherheit öfter die Innenstädte sehen!