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Donnerstag, 24. Juli 2014

Ausmisten #3: Winke, winke

Noch 4 Wochen bis zum Umzug, und meine Bude lichtet sich.

Das komplette Schlafzimmer hat einen neuen Besitzer gefunden (um das habe ich wirklich getrauert, die massiven Eichen-Türen waren wundervoll ...).
Die Küche kauft der Nachmieter ab und darf damit in der Wohnung bleiben.
Auch die Couch ist schon vor mir abgereist und ist neuerdings Mitbewohner einer Studi-WG. Die jungen Leute waren froh um den Schnapper, und ich war froh um ein Teil zum Schleppen weniger ;)
Verschwunden sind ebenfalls der Schreibtisch (verkauft) sowie Phonoschrank und Beistellschränkchen (beide verschenkt).

Die halb leere Wohnung fühlt sich ehrlich gesagt sehr seltsam an. Vor allem meine Couch vermisse ich, sie war eine Insel mitten in meiner Wohnung und lud zum Schlummern und Relaxen ein. Tja, nu. Ich vertreibe mir meine Zeit so lange mit Nähen, das Maschinchen ist ja glücklicherweise noch bei mir geblieben :-)

Insofern entschuldige ich mich schon mal für meine derzeit so sporadischen Postings - mir fehlen Zeit und Energie, um wirklich was zu arbeiten. Und inmitten von Umzugskisten leidet die Kreativität nicht unerheblich.

Mitte September bin ich dann wieder voll und ganz da!

Dienstag, 17. Juni 2014

Ausmisten #1: Besitz schafft Leid

Die Buddhisten wussten es schon immer: Zu viel zu besitzen tut keinem gut.

Da gibt es jene Extremen, umgangssprachlich Messies, die sich von nichts trennen können und auch scheinbar Wertloses horten. Weil es ihnen eben gehört. Weil man damit noch irgendwas anfangen könnte. Weil sie nicht die Kraft haben, sich vom Ballast zu trennen. Besitz ist unendlich fest mit unserem Wesen verbunden und lässt sich sogar für psychologische Manipulation einsetzen: Gib jemandem etwas, das er als rar betrachtet, und sofort wird er sich so schnell nicht mehr davon trennen wollen, selbst wenn er es vorher gar nicht wirklich gekannt oder gebraucht hat.

Auf der anderen Seite sind die, die ihren Besitztum an einer Hand abzählen können. Sei es aus freiwilligen Stücken, etwa aus religiösen oder ethischen Gründen, sei es gezwungen, weil ihnen das feste Heim fehlt.

In der Mitte tummelt sich der Durchschnitt.
Angeblich bunkert der gemeine Deutsche 10.000 Gegenstände in seinen eigenen 4 Wänden. Klingt viel? Zu viel? Mitnichten. Viele Dinge blendet man schon längst aus, weil man sie nicht mehr wahrnimmt. Wer allein schon im Besitz eines geräumigen Kellers oder Dachboden ist, wird sofort dazu verführt, alles mögliche aufzuheben oder auf Vorrat zu kaufen. Aus den Augen, aus dem Sinn. Das beobachte ich bei meinen Eltern, bei Freunden, bei Männeke.

Meins! Meins! Meins!

Besitz bedeutet in unserer Kultur Wohlstand und in einem gewissen Rahmen auch Heimat. Was mir gehört, ist meistens an dem Ort, an dem ich lebe. Damit bildet es das Füllmaterial meines kompletten Lebens. Diese Sachen können Statussymbole sein, unnötiger Plunder, Sammelleidenschaften, liebgewonnene Erinnerungsstücke.

Zur Vermehrung des Besitzes greift häufig ein Effekt, der uns Zufriedenheit verspricht, wenn wir Gegenstand X besitzen. Leider hält die Freude darüber selten länger an, und man braucht den nächsten Besitz-Kick. Eine Tretmühle, aus der es kein Entkommen gibt.

Auf der anderen Seite fällt es ungleich schwerer, sich vom Besitz zu trennen. Selbst wenn man weiß, dass etwas wertlos ist und man es im Notfall schnell wieder anschaffen kann, ist eine Trennung von etwas, das man besitzt, immer ein Kraftakt. Da hadert man mit dem Gewissen, weil man schließlich Geld ausgegeben hat. Und zugleich erfüllt es einen mit dem irrationalen Gedanken, etwas Eigenes nicht herzugeben, weil man meint, bereits eine Beziehung dazu aufgebaut zu haben - der klassische Besitztumeffekt.

Über-fluss?

Seit letzter Woche weiß ich, dass ich zum 1. August ausziehen werde. Schneller als geplant, und das wirft viele Pläne über den Haufen. Zum einen jenes Vorhaben, meine Wohnung vor dem Umzug auszumisten. 2 Haushalte verschmilzt man nicht mal so eben miteinander, ohne dass Berge an Dubletten übrig bleiben.

Obwohl ich in meiner Entrümpelungsaktion vieles Überflüssige los werden konnte, wurde mir beim groben Aufstellen meines Besitztums schwindelig: Auf der Liste stehen allein schon 70 großvolumige Gegenstände, dazu die üblichen Mengen Geschirr, Bücher, Kleider, Utensilien, Dekokrempel. Und das alles auf läppischen 50 qm. Trotzdem sieht meine Wohnung alles andere als vollgestellt aus, viele Schrankfächer sind nur halb gefüllt, und ich war immer der Meinung, meinen Besitz auf das Notwendigste zu beschränken. Aber ich komme mit Sicherheit auf mehrere Hundert Gegenstände, die in meiner Bude stehen.

Die Liste habe ich nun so aufgebaut, dass ich maximal 40 der großen Gegenstände behalte, auch bei Kleidern und Büchern wird noch radikaler aussortiert. Ich will mit so wenig Sachen wie möglich umziehen. Der Umzug einer älteren Dame, mit der ich mich gut verstehe und der ich beim Auspacken half, hat mich in dem Punkt zutiefst verstört: Von ihren 40 Umzugskartons waren mindestens 25 randvoll mit Geschirr und Deko-Utensilien. Jedes Plastikblümchen wurde mitgenommen, jede angebrannte Kerze sorgsam eingewickelt.

Allein bei den Möbeln werde ich schon meine liebe Not haben, gebrauchte Möbel kann man oft nicht mal verschenken, geschweige denn verkaufen. Insofern werde ich also die hiesigen Möbelbörsen ansteuern müssen, denn entsorgen möchte ich die teilweise wirklich gut erhaltenen (Echtholz-)Möbel nicht.

Andere Sachen kann ich erfahrungsgemäß in den Studentenvierteln loswerden - eine Kiste voller Krempel mit dem Zettel "Zu verschenken" am Straßenrand steht selten länger als eine Stunde.

Aber was ist mit dem Rest, den weder ich noch andere haben wollen? Ich bin derzeit noch ratlos. Früher hätte ich gesagt: Weg damit, braucht eh keiner. Aber mein Plunderstück-Ich wehrt sich gegen diese Idee mit Händen und Füßen.

Ich werde mir die nächsten Tage Gedanken machen und Ideen sammeln, die ich dann hier vorstelle.


Wie war das bei euch, als ihr um- oder eingezogen seid? Habt ihr auch vorher gemistet oder erst später geschaut, "was über bleibt"? Und wie geht ihr mit solchen Überbleibseln um, die partout niemand mehr haben will?

Mittwoch, 23. April 2014

Mein Toaster, mein Reiskocher und ich - Teil 3

Bereits in den vohergehenden Postings berichtete ich von den elektrischen Haushaltsgeräten, die mir übel aufstoßen, weil sie Platz rauben, selten das tun, was sie eigentlich können sollten und vor denen man trotz besserem Wissen irgendwie nie so ganz sicher ist.

Zum Einlesen hier die vorhergehenden Posts:
 Mein Toaster, mein Reiskocher und ich - Teil 1
 Mein Toaster, mein Reiskocher und ich - Teil 2

Auf in die letzte Runde!

Im letzten Teil der Inventur-Runde durch meine Wohnung werfe ich ein Blick ins "Feuchtgebiet", wo sich allerlei Beauty-Gerätschaften befinden. Also auf ins

Bad:
  • Elektrische Zahnbürste: Laut Zahnarzt die beste Art, die Beißer sauber zu halten. Finde ich auch - brauche ich 2 x täglich (eine Zahl < 2 wäre ja jetzt auch echt bäh)
  • Föhn: Am Wochenende kann ich auf das Gepuste durchaus verzichten, da trocknet mein Pixie auch an der Luft. In der Woche will ich aber ungern um 5.30 Uhr mit nassen Haaren rausgehen. Insofern ist der Föhn ein Muss für mich, leider. Der hier ist außerdem klein und klappbar, perfekt für Reisen - brauche ich 5 x pro Woche
  • Föhn 2: Mist, erwischt. Streng genommen brauche ich tatsächlich nur einen Föhn. Müsste ich mich entscheiden, würde ich vermutlich den kleinen oben behalten, den großen Kawenzmann verschenke ich dann weiter - brauche ich nie --> verzichtbar!
  • Lockenwickler: Zu meinen Langhaar-mit-Stufen-Zeiten tüddelte ich die äußeren Partien gern nach außen, indem ich eine Rundbürste mit integriertem Föhn durch die Haare zog. Bei meinen streichholzkurzen Haaren ist das jetzt Unfug, der Wickler fängt nur Staub - brauche ich nie --> verzichtbar!
  • Heizlüfter: Ach du lieber Gott. Das Ding ist nun wirklich die peinlichste Elektroleiche in meiner Wohnung - Stromvernichter, Bakterienschleuder, hässlich wie die Nacht und laut noch dazu. Für warme Füße nutze ich doch lieber Heizung oder Socken - brauche ich nie --> verzichtbar!
Erkennbar ist die wachsende Zahl unnützer Geräte, nicht wahr? Von Dubletten mal ganz abgesehen habe ich auch einige Geräte, die ich (mittlerweile) nicht benutzen kann bzw. benutzen will. Definitiv also Handlungsbedarf.

Aber noch sind wir ja nicht ganz durch. Ein Räumchen fehlt - dort, wo kein Tageslicht hinkommt. Macht euch schmal, jetzt geht es in den

Abstellraum:
  • Staubsauger: Ohne Sauger hat man 2 Möglichkeiten: Wischen und die Teppiche Teppiche sein lassen, oder die Teppiche nach draußen schleifen und ausklopfen. Bei einem 3 x 4 Meter großen Flokati, auf dem eine Eckcouch und ein kleiner Tisch steht, überlege ich mir die Schleiferei lieber gut und sauge währenddessen munter weiter - brauche ich 1 x pro Woche
  • Waschmaschine: Öh ... brauche ich da noch ein Pro-Argument? Waschbretter sieht man heuzutage ja dann doch lieber an gut gebauten Männerkörpern ;-) - brauche ich 1 x pro Woche
  • Sandwichmaker: Ups, die nächste Leiche. Ein Triple-Gerät zum Grillen, Sandwich-Quetschen und Waffeln backen. Nett, aber unhandlich, brenzlich nach schmurgelndem Plastik riechend und doof zu reinigen - brauche ich 1 x pro Jahr --> verzichtbar!
  • Pürierstab: Für Suppen und Marmelade verdammt praktisch, aber laaaaaut wie sonst was. Die Benutzung ist mir also sehr unangenehm - brauche ich 1 x pro Monat --> verzichtbar!
  • Espressokocher: Vom Männeke vererbt, der lieber seinen Automaten um die schwarze Grütze aka Espresso bemüht. Da ich keinen Espresso trinke und der aus dem Gerät schmeckt wie angekokelt, verkaufe ich das Gerät bald - brauche ich nie --> verzichtbar!
  • Bügeleisen: Wer näht, der bügelt - zwangsläufig. Zähle ich die Arbeitsstunden eines Nähstücks zusammen, fallen davon locker 70 % auf Zuschneiden und Stecken, 20 % Bügeln (Nahtzugaben umbügeln - hurz ...) und gerade mal 10 % effektives Nähen. Ach ja, und meine Pullis, Unterhemden und Jeans bügele ich auch. So piefig bin ich dann doch. Insofern - brauche ich täglich
  • Gästebett: Wenn man davon absieht, dass das Ding elend unbequem ist und über Nacht gemütlich Luft verliert, ist es auch noch laut wie ein Staubsauger, wenn es sich aufpustet. Nüscht mit nachts schnell mal Bettchen machen also. Meine Gäste residieren dann doch lieber auf der Couch - brauche ich nie --> verzichtbar!

Nach der Bestandsaufnahme ist vor der Trennung

Ja, das war mir von Anfang an klar gewesen, als ich die Inventur startete - so ganz ohne Trennungsschmerz geht das nicht von der Bühne. Ich habe in alle Ecke geschaut, ich habe mein Nutzungsverhalten analysiert und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich zahlreiche Geräte wenig bzw. gar nicht benutze.

Daraus ziehe ich die Konsequenzen und werde mich von einigen trennen. Als Abnehmer haben sich schon Freunde und Bekannte herauskristallisiert (getreu nach dem Motto: "Wollte ich mir schon immer mal kaufen!" - na dann: Bitteschön). Den Rest versuche ich, über ebay an den Mann zu bringen.

Insofern: Was darf nun alles meine Wohnung verlassen?
  • D-LAN: Die Adapter kommen zum Männeke - dort werde ich ab Sommer Telearbeit machen, und er zieht mit seinem Büro unters Dach. Da er kein W-LAN bzw. voll vernetzte Zimmer hat, sind die Adapter hier gut zu gebrauchen, um auch ihm Zugang zum Internet zu gewähren.
  • Cafissimo: Entweder wird sie an eine gute Freundin verschenkt, oder ich verkaufe sie weiter. Auf jeden Fall kommt sie weg, den frei gewordenen Platz kann ich besser nutzen.
  • Eismaschine: Pünktlich zum Saisonstart landet das Gerät bei ebay und wird einen anderen Käufer hoffentlich glücklich machen. Ich hole mir dann wieder wie immer meine zwei Kugeln beim Italiener in der Innenstadt.
  • Föhn: Einer geht, einer bleibt. Ich behalte wohl den kleinen, den großen schenke ich meiner Mutter.
  • Lockenwickler: Auch den kriegt Muttern. Wech damit, Haare tüddel ich nicht mehr.
  • Heizlüfter: Wer das olle Ding haben will, der kriegt noch nen Zehner von mir dazu ;)
  • Sandwichmaker: Klar, dass der wegkommt. Das Ding sieht weder hübsch aus noch ist es sonderlich praktisch.
  • Pürierstab: Auch der kommt weg. Ein Gerät, das ich nur mit Oropax benutzen kann, ist mir nicht geheuer. Was ich pürieren will, kann ich auch mit der Lotte oder dem Kartoffelstampfer kleinkriegen.
  • Espressokocher: Der stand schon die ganze Zeit über auf der roten Liste. Sobald er sein Foto-Shooting hinter sich hat, darf er bei ebay nach einem neuen Zuhause suchen.
  • Gästebett: Ich behalte es noch, solange ich zwischen zwei Wohnungen grätsche. Sobald ich fest bei Männeke wohne, kommt das Ding weg - Männeke hat genug Schlafplätzchen für Besucher.

Wahnsinn, oder? Auf einen Schlag so viele Geräte zu identifizieren, die ich absolut nicht brauche, ist erschütternd. Wenn man dann noch bedenkt, dass die allesamt meine 50 qm zumüllen, umso mehr. Es sind alles keine großen, wuchtigen Geräte, und doch rauben sie Platz.

Angenehm ist der Gedanke, einen ganzen Schwung Plastik loszuwerden und dafür mit plastikfreien Alternativen arbeiten zu können - und natürlich mit den Händen, ganz klar. In erster Linie unterstützen diese elektrischen Helferlein ja nur unsere angeborene Faulheit und unseren Drang nach neuem Spielzeug. Zumindest habe ich nun gelernt, in Zukunft etwas bedachter an etwaige Käufe heranzugehen, um mir weitere dieser Ausmist-Aktionen in Zukunft zu ersparen.

Montag, 14. April 2014

Mein Toaster, mein Reiskocher und ich - Teil 2

Elektrische Haushaltsgeräte sind die Wunderkinder der Konsumwelt, die Streber im Elektroladen und die verhasste Brut im Küchenschrank. Wohl kaum ein Utensil traf den Nerv der Zeit so sehr wie all die praktischen Helferlein, die uns den Alltag erleichtern sollen, indem sie uns die mühseligen Handgriffe und Tätigkeiten abnehmen, die wir sonst mit Muskelkraft bewältigen müssten.

So klingt es zumindest in der bunt geblümten Werbe-Welt. Aber dort können Einhörner ja auch Regenbögen pupsen. Validität = 0.

Leider sind diese Geräte aber auch ein Paradebeispiel des Konsumirrsinns - man erkennt erst genau dann das eigene Bedürfnis nach dem Etwas, nachdem man es gesehen hat. Haben-Wollen in Perfektion, das uns Geld, Zeit, Platz und Nerven raubt.

Rückblick

Bereits letzte Woche habe ich bei einem Streifzug durch meine Wohnung eine Inventurliste all meiner elektrischen Geräte erstellt. Zum einen, um mir bewusst zu werden, wie viel Krempel ich tatsächlich horte. Zum anderen, um mal streng mit mir zu sein und zu entscheiden, ob ich die ganzen Geräte tatsächlich brauche und von welchen ich mich womöglich schmerzfrei trennen kann.

Im Wohnzimmer tummeln sich naturgemäß größtenteils Unterhaltungsgeräte. Ob man die braucht, ist müßig zu beantworten - verzichten kann man auf vieles, aber man kann sich ja auch von Wasser und Heuschrecken ernähren. Ob es vergnüglich ist, ist eine ganz andere Nummer. Bis auf die zwei-drei-vielen Konsolen, die ich horte (verflixter Sammeltrieb ...), hänge ich an den meisten Geräten und denke deshalb so hurtig nicht über ein Ende dieser Liason nach. Aber das Stichwort Unterhaltung macht einem solche fadenscheinigen Argumente natürlich leicht.

Eine Inventur - und weiter geht's!

Heute ziehen wir die Daumenschrauben mal etwas fester und gehen dahin, wo sich jede Steckdose sofort heimisch fühlt - nämlich in die

Küche:
  • Wasserkocher: Daran scheiden sich die Geister, aber da ich a) einen Durchlauferhitzer habe und b) einen eher lahmen E-Herd, brühe ich Wasser für Nudeln oder Geschirrwasser immer vor, um Energie zu sparen. Für mich also absolut sinnvoll - brauch ich täglich
  • Toaster: Geschmackssache, sicherlich. Ich backe oft eingefrorene Brötchen auf oder stecke altes, trocken gewordenes Brot in den Toaster. Erspart den Backofen und vermeidet weggeworfenes Brot - brauch ich 2 x pro Woche
  • Mikrowelle: Die einen verehren sie, die anderen verteufeln sie. Ich nutze sie gerne, um den Herd nicht wegen einer Schale Suppe von gestern oder meinem Mikrowellenpferdchen anwerfen zu müssen. Man könnte durchaus ohne sie leben, aber sie spart im gewissen Maße Energie und geht einfach schneller - brauche ich 1 x pro Woche --> verzichtbar!
  • Mini-Backofen: Beim Einzug in meine Singlewohnung schenkte mir meine Mutter das Ding, um etwa Brötchen oder auch mal einen Kuchen backen zu können. War ich anfangs skeptisch, entdeckte ich rasch die Vorteile: Schnell aufgeheizt, wenig Stromverbrauch, ideal für kleine Backwaren. Nachteil ist natürlich der Platzbedarf - brauche ich 2 x pro Monat
  • Herd und Kühlschrank: Der Vollständigkeit halber nehme ich auch diese beiden Gesellen mit auf. Waren sie zu Omas Zeiten noch Luxus, kann man ohne sie heutzutage nur schwer haushalten - zumindest ohne nicht-elektrische Kochalternative und kühlem Keller. Habe ich beides nicht, insofern betrachte ich diese Geräte als absolut notwendig und verzichte auf eine Einschätzung ihres Gebrauchs.
  • Gefrierschrank: Lange habe ich überlegt, ob ich ihn brauche. Aber angesichts meines winzigen Gefrierfachs im Kühlschrank kann ich nahezu nichts einfrieren, was an Resten übrig bleibt. Und weggwerfen kommt für mich nie in Frage. Single-Portionen zu kochen ist schwierig. Natürlich frisst der Schrank Strom, und zwar nicht zu knapp, aber er unterstützt mein Kochen nicht unerheblich, da er auch TK-Gemüse (leichter zu portionieren als frisches) und Brot (damit ich nicht tagelang das gleiche essen muss) beherbergt - brauche ich täglich
  • Reiskocher: Reis esse ich selten, mag ihn aber so wie beim Chinesen - klebrig und nicht zu weich gekocht. Im Topf ist das eher Glückssache, aber dieser Reiskocher schafft den Reis immer auf den Punkt. Da er eher klein ist, nimmt er wenig Platz weg. Ob ich ihn aber wieder kaufen würde, bezweifle ich angesichts der Nutzungshäufigkeit - brauche ich 1 x pro Monat --> verzichtbar!
  • Tauchsieder: Lacht nicht - ich koche gerade in Hotels abends gern mal einen Tee und schleife dafür notfalls Tasse und Beutel mit. Der Tauchsieder erhitzt eine Tasse Wasser innerhalb weniger Minuten und ist damit verdammt angenehm. Die Frage ist natürlich, ob man abends im Hotel Tee braucht - ich jedenfalls schon, zu viel reines Wasser vertrage ich nicht. Da ich aber selten in Hotels bin, beschränkt sich seine Nutzung auf vielleicht eine Woche pro Jahr - brauche ich 1 x pro Jahr
  • Cafissimo: Über die Maschine redete ich schon bei meinem Kapsel-Recycling. Ich brühe ganz gern mal aus Faulheit damit, könnte aber auch problemlos mit dem Filter Kaffee zubereiten - brauche ich 1 x Woche --> verzichtbar!
  • Getreidemühle: Ein Geschenk meiner Mutter zum bestandenen Studium ist meine kleine Fidibus von Komo. Selbstgemahltes Getreide ist die Wucht, und da ich wöchentlich Brot backe, rattern einige Kilo im Monat durch den Trichter. Es bieten zwar viele Bioläden an, das Getreide zu mahlen, aber dann verliert es ja auch wieder direkt seine Inhaltsstoffe. Auf die Mühle will ich also nicht verzichten - brauche ich 2 x pro Monat
  • Kaffeemühle: Auch Kaffeebohnen mahle ich vor dem Brühen frisch. Dazu nutze ich eine kleine, handliche Kaffeemühle von Krups, die schon viiiele Jahre auf dem Buckel (ich schätze mal gute 20 - 30) und kaum Teile hat, die kaputt gehen können - brauche ich 1 x pro Woche
  • Mixer: Rührkuchen heißt Rührkuchen, weil man ihn zu Omas Zeiten rührte. Und zwar lange - in einem Kochbuch von 1900 las ich etwas von locker 30-60 Minuten. Heute hält man ein Wundermaschinchen in den Teig und hat binnen Minuten einen fluffigen, schaumigen Teig. Es geht ohne Technik, aber dafür braucht man Muckis *schwitz* - brauche ich 2 x pro Monat
  • Eismaschine: Ich weiß nicht, in welchem seelischen Zustand ich mich befand, als ich das Teil kaufte - wahrscheinlich war es draußen heiß, ebay menschenleer und ich verspürte ein übles Zucken im rechten Zeigefinger. Jedenfalls ersteigerte ich das Mist-Ding für 1 €. Leider arbeitet das Gerät ohne Kompressor, und das merkt man auch - das Eis schmilzt durch die Motorwärme schneller, als die Schüssel kühlen kann. Buäh - brauche ich gar nicht --> verzichtbar!

Erwartungsgemäß tummeln sich in der Küche so einige Elektroleichen, die man sich aus einer Laune heraus und ohne Nachdenken angeschafft hat. Leider sinkt der Wert dieser Geräte nach dem Kauf auf nahezu 0 - ein Wiederverkauf ist nahezu unmöglich bzw. nur mit großen Verlusten verbunden. Nur wertstabile Marken verhalten sich da etwas dankbarer, sind aber natürlich wiederum teurer, dafür aber langlebiger.

Nächste Woche geht es dann in die letzte Runde, und wir werfen mal einen Blick in Bad und Abstellraum. Hier verstecken sich ja gern die hässlichen Brüder und Schwestern der Hochglanz-Helferlein, die man vielleicht einmal im Jahr von ihrem Staub befreit und sich immer wieder darüber ärgert, wie nutzlos und / oder unpraktisch sie sind. Ihr dürft also gespannt sein!

Montag, 7. April 2014

Mein Toaster, mein Reiskocher und ich - Teil 1

Als ich letzte Woche in meinem Aufreger der Woche von meinem verstorbenen Fernseher berichtete, kam mir die Idee, doch mal eine gründliche Bestandsaufnahme all meiner elektrischen Haushaltsgeräte zu machen - und dabei wirklich kritisch zu hinterfragen, ob ich sie brauche und wie oft ich sie tatsächlich schon benutzt habe.

Retter in allen Lebenslagen

Solche Haushaltshelferlein werden einem ja auf Schritt und Tritt angeboten - nicht nur im Elektromarkt, sondern auch bei den Angeboten namhafter Drogermärkte, im Supermarkt, als Geschenk für ein Zeitschriftabo, im Discounter, damals bei Teleshopping *grusel*, einfach überall. Billig, praktisch, und ohne dieses Gerät ist man nahezu lebensunfähig oder zumindest eine ganz, ganz schlechte Hausfrau - wenn man der Werbung glauben mag.

Quelle: allgemeinbildung.ch

Und es gibt ja wirklich nichts, was es nicht gibt. Lasse ich mir bei Amazon alle Haushaltsgeräte auflisten, kommen Must-Haves wie Staubsauger und Bügeleisen, aber genauso auch Exoten wie Popcornmaschinen, Messerschärfer, Cake Pop-Maker und elektische Flaschenöffner. Schöne, bunte Elektrowelt.

Braucht man das wirklich?

Die Frage sollte man sich ab einem gewissen "Fuhrpark" wirklich stellen. Nicht nur, dass die Geräte Geld kosten, sie rauben auch Platz, entpuppen sich nach erstmaliger Benutzung als unpraktisch, sind schwer zu reinigen oder gar komplett funktionsuntüchtig, oder sie sind am Ende sogar noch gefährlich, weil aus Preisgründen keine hitzeisolierenden Oberflächen oder Sicherheitsabschalter eingebaut wurden. Am Ende bleibt nur teurer und unnützer Elektroschrott.

Am besten überlegt man natürlich schon vor dem Kauf, ob man das Gerät wirklich braucht. Dazu sollte man ehrlich zu sich sein und sich ein paar Fragen stellen:
  1. Wie oft nutze ich das Gerät?
  2. Brauche ich weiteres Zubehör oder besondere Zutaten? (Küchenmaschine)
  3. Wenn es Zubehör gibt: Wie leicht lässt es sich besorgen? (Spezialgeschäfte, nicht mehr unterstützte Auslaufmodelle)
  4. Kann ich auch ein anderes Gerät dafür zweckentfremden bzw. die Aktion auch von Hand erledigen? (Crepe-Maker vs. Pfanne)
  5. Erfüllt es die gängigen Sicherheitsnormen?
  6. Birgt es eine Verletzungsgefahr? (heiße Oberflächen, ungeschützte Klingen)
  7. Lässt es sich platzsparend verstauen?
  8. Wie einfach geht die Reinigung? Bin ich bei Handarbeit am Ende sogar noch schneller? (elektrischer Entsafter)
  9. Kann man das Gerät in hochwertigerer Ausführung auch mieten? (Schokobrunnen)
  10. Wenn ich es unbedingt haben muss: Kann ich es auch gebraucht kaufen?
  11. Wird es eventuell günstiger, wenn ich noch ein paar Monate warte? (Trends, neue Technologien)

Eine Bestandsaufnahme

Auch ich bin von solchen Wundermaschinchen leider nicht ganz verschont geblieben *schluck* Hätte ich mir die Fragen oben früh genug gestellt, würden vermutlich ein paar Geräte fehlen, aber ich würde ihre Abwesenheit nicht wirklich spüren.

Deshalb habe ich eine gründliche Inventur gemacht, mit der ich am Ende entscheiden will, welche Geräte ich unbedingt brauche und welche ich vielleicht verkaufen oder verschenken kann, weil sie nur Platz rauben und absolut sinnfrei sind.

Fangen wir also mal ganz gemächlich an, mit Dingen, die eigentlich (fast) jeder hat, nämlich im

Wohnzimmer:
  • Laptop 1: Mein Reisenotebook, klein und leicht. Damit schreibe ich, höre Musik, surfe - brauche ich täglich
  • Laptop 2: Großer 17-Zöller von der Uni, günstig abgekauft. Wird hauptsächlich zum Arbeiten bzw. für Onlinebanking genutzt, da der Kleine einen spiegelnden Monitor hat, den das TAN-Gerät nicht verträgt - brauche ich  1 x Woche
  • Tower PC:  Das Monster in meinem Rechner-Fuhrpark. Stark und mit großer Platte, aber leider auch mit hungrigem Netzteil. Deshalb dient er fast nur noch als Backup - brauche ich 1 x pro Monat
  • Monitor: Essentiell, um den Tower zu betreiben. Wird von daher genauso oft (bzw. wenig) genutzt wie der Computer - brauche ich selten
  • Router: Na ja, erklärt sich von selbst: kein Router, kein Internet - brauche ich täglich
  • Hi-Fi-Anlage: Wenn ich schon nicht Fernsehn schaue, will ich wenigstens Musik hören - brauche ich täglich
  • Xbox 360: ohne Fernseher natürlich so nützlich wie ein Rührlöffel ohne Topf - brauche ich (mittlerweile) gar nicht
  • Super Nintendo: Ja, ja, die Konsolen. Mein Groschengrab in meiner Jugend. Aus nostalgischen Gründen gebe ich sie nie und nimmer her. Wirtschaftlich also ein Totalschaden, aber irgendwas Unnützes muss man ja auch haben, oder? - brauche ich gar nicht
  • Playstation 2: Begründung siehe oben
  • Nintendo 64: Begründung siehe ebenfalls oben ;-)
  • Gamecube: Na, jetzt hört's aber auf. Wird ja schon fast peinlich hier, so als Game-Messie ...
  • D-LAN: Um die Konsole nicht über WLAN zu betreiben, ziehe ich den Netzanschluss über das Stromnetz. Da die Konsole aber nicht genutzt wird, brauche ich auch die Adapter nicht mehr - brauche ich gar nicht --> verzichtbar!
  • Nähmaschine: Müsste ich mich für maximal 3 Geräte entscheiden, die Singer wäre dabei. Ohne sie kann ich nicht leben, punkt - brauche ich absolut täglich

So viel schon mal bis hierhin. Im nächsten Teil schnuppern wir dann mal in die Küche - dort wimmelt es ja bekanntermaßen nur so vor elektrischen Helferlein, die das Kochen einfacher, bequemer und besser machen sollen.

Ob dem so ist? Fortsetzung folgt ;-)