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Mittwoch, 13. August 2014

Kalender recyclen

Im Umzugswust findet man so einiges: Einsame Socken hinter der Kommode, Fussel, vermisste Unterlagen in den Schubladen, noch mehr Fussel, lange nicht mehr getragene Klamotten im Schrank, fusselige Wollmäuse, einen alten Tannenbaumständer (wo kam der denn her? *huch*), viele tote Spinnen, hinters Bett geplumpste Plüschtiere und, ja, alte Kalender.


Kennt die noch wer? Papierkalender? In Zeiten von Smartphone, die sich - hokus pokus - mit dem Heim-PC synchronisieren, ist das Gekritzel auf dem Kalender ja wirklich oldschool. Oder?

Ich zumindest hatte in meiner Teeniezeit diese grausam kitschigen Monatskalender gemocht, mal mit Katzenbabies, mal mit Einhörnern, mal mit Sonnenuntergängen oder putzigen Gartenimpressionen. Bekrakelt wurden die selten. Weggeworfen aber auch nicht. Allerhöchstens wurde mal ein besonders schönes Exponat eines Monatsbildes eingerahmt. Immerhin hatten mich die Bilder ein ganzes Jahr begleitet, da wird man schon mal melancholisch *schnief*

Mein Freund hebt die Kalender gerne auf, um mit den Blättern kleine Geschenke einzupacken. Ich fand hingegen letztens die ultimative Idee, einen Kalender wieder seiner eigentlichen Bestimmung zuzuführen - man wartet lange genug, denn irgendwann wiederholt sich der Jahresverlauf!

Genau genommen braucht man gerade mal 14 verschiedene Kalender, um damit sämtliche Jahre abzudecken. Für nächstes Jahr ist also der Kalender von 2009 aktuell. Insbesondere Kalender, die man per Ringlochung umschlagen kann, sind dafür geeignet - auf sehr vielen steht auf den Monatsblättern nicht mal das Jahr, also fällt die Wiederverwendung nicht mal auf *g*

Die genaue Aufschlüsselung der identischen Jahre findet ihr hier: http://garyc.me/calendars/

Montag, 23. Juni 2014

Ausmisten #2: Konkrete Ideen

In meinem letzten Post habe ich von den zahlreichen Besitztümern gesprochen, die man so in den eigenen 4 Wänden anhäuft. Dinge erwirbt man erfahrungsgemäß schneller, als man sie wieder los wird - ein übler Effekt, wenn es darum geht, die Besitztümer zu verringern, etwa im Falle eines Um- oder Auszugs. Aber auch ein regelmäßiges Ausmisten ist eine wirkungsvolle Methode, um das Problem schon rechtzeitig aufzuhalten und es gar nicht zu den berühmten 10.000 Utensilien kommen zu lassen, die der Deutsche angeblich hortet.

Welche Möglichkeiten hat man nun konkret, um Herr der Lage zu werden und seinen Besitz nicht ausufern zu lassen?

Zunächst einmal hängt es natürlich vom Zeitpunkt ab, also wann man beginnen will.

Vor dem Kauf

Am Sinnvollsten ist es natürlich, sich schon vor dem Kauf Gedanken darüber zu machen, ob man den gewünschten Artikel tatsächlich braucht. Manchmal reichen ein, zwei Nächte Bedenkzeit, und das Gefühl des akuten Haben-Wollens ebbt ab - dann hatte man es mit einem psychologischen Bedürfnis zu tun, aber nicht mit einem echten Mangel.

Während des Kaufs

Hat man sich dazu entschlossen, etwas wirklich besitzen zu wollen, sollte man trotzdem nicht zu vorschnell sein. Viele Gegenstände führen dazu, dass sich der Besitz in Zukunft vermehrt:
  • zu billige oder minderwertige Artikel verschleißen schnell und müssen neu gekauft werden
  • Zubehör muss zwingend gekauft werden, damit der Gegenstand funktioniert (z.B. eine Spiegelreflex ohne Objektiv oder ein PC ohne Monitor)
  • verlockendes "Upgrade"-Zubehör steigert gefühlt den Wert des Utensils, muss aber trotzdem erst mal gekauft werden (z.B. Küchenmaschinen mit Getreidemühle, Zerkleinerer, Entsafter ...)

Benutzen / Upcyclen

Ist etwas bereits in unserem Besitz und kein Verbrauchsgegenstand (d.h. es bleibt längerfristig im Haushalt), dann kann man es ganz einfach benutzen und damit vermeiden, es doppelt zu kaufen. Wichtig ist natürlich, dass man den Überblick behält - einen Eierschneider etwa, der ewig nicht mehr benutzt wurde und ganz weit hinten im Schrank lag, kauft man im Affekt doppelt, wenn man so ein Teil zufällig mal braucht und das Stück zuhause eben schlicht vergessen hat.

Andere Dinge, etwa Möbel, lassen sich relativ leicht upcyclen: Mit Folien beklebt, mit neuer Farbe lackiert oder mit Steinen verziert bekommt man ein Schmuckstück, das man gerne nutzt und vor allem auch behalten will. Auch Kleidung lässt sich erfahrungsgemäß upcyclen.

Verkaufen

Möchte man einen Artikel nun definitiv loswerden, kann man natürlich versuchen, ihn gegen Geld an den Mann zu bringen. Gute Erfahrungen habe ich schon mit ebay, Aushängen in Supermärkten, Flohmärkten, Kleinanzeigen im Wochenblatt und Anzeiger-Magazinen gemacht.

Wichtig sind hier die Preisgrenzen: Gerade gebrauchte Gegenstände haben, wenn sie explizit nicht selten, von einer Trendmarke oder aufgrund ihres Alters bzw. Materials wertvoll sind, keinen hohen Verkaufspreis. Setzt einen realistischen Preis an, den ihr selbst für den Artikel zahlen würdet (wie schwer das ist, so was einzuschätzen, habe ich ja schon im letzten Post am Beispiel der Kaffeetassen geschrieben) und seid vor allem kooperativ und bereit zu Verhandlungen.

Erfahrungsgemäß sollte man immer schon einen Vorschlagspreis angeben (keine angegebenen Preise schrecken ab, da der Kunde erst in Aktion treten und den Preis erfragen muss - hier haben erstaunlich viele eine Hemmschwelle) und ihn notfalls mit "VB", also auf Verhandlungsbasis, kennzeichnen. Damit signalisiert man den Interessenten, dass noch was geht beim Preis. Dafür den Preis lieber 10 % höher ansetzen und stückweise runtergehen, statt von Anfang an stur auf den Wunschpreis zu beharren.

Verschenken

Wenn Verkaufen nicht zum Erfolg führt, kann man unliebsame Gegenstände natürlich auch verschenken. Anstand und Höflichkeit gebieten, dass man anderen keinen Schrott andreht - niemand freut sich über etwas, das offensichtlich kaputt ist oder in naher Zukunft kaputt gehen wird. Wenn man hier unsicher ist, sollte man einen Gegenstand lieber selbst entsorgen, statt das einer anderen Person zu überlassen und ihr damit unterschwellig zu sagen, das man sich wenig um ihr Wohlergehen schert.

Erste Anlaufstelle für Schenk-Aktionen sind natürlich Bekannte, Verwandte und Freunde. Eine Kramkiste, die man bei einer abendlichen Weinrunde hinstellt, kann schnell zu einem Mordsspaß werden, wenn die Leute selbst in aller Ruhe stöbern und auswählen dürfen. Dabei greift zusätzlich der Besitzanspruch und tief verwurzelte Neid, der in allen schlummert - wenn Person A etwas in der Hand hält, wird der Gegenstand für Person plötzlich ungemein attraktiv. Ich habe schon Diskussionen und wilde Tauschhandel erlebt, bei denen zuvor unliebsamer Plunder plötzlich zum "Renner" wurde. Gut geeignet für solche Wühlkisten sind Kleider und Accessoires, Bücher, Haushaltsutensilien und Dekoartikel, also eher kleinvolumige Gegenstände, die man mal eben mitnehmen kann.

Geschenke wirken natürlich auch auf Fremde anziehend - hier muss man nur aufpassen, dass sich der andere nicht bedrängt oder gar zum Handeln gezwungen fühlt. Insofern ist es also weniger klug, jemandem einfach etwas unter die Nase zu halten und ihn zu fragen, ob er das haben will - die meisten wittern sofort eine Falle und werden misstrauisch.
Besser ist es, auf die natürliche Neugierde zu hoffen: Eine Kiste am Straßenrand, gut sichtbar mit "Zu verschenken" beschriftet, wird oft schon nach Minuten von den ersten Passanten beäugt. Die künstlich herbeigeführte Knappheit des Angebots tut ihr übriges - der Passant weiß, dass der Gegenstand womöglich in 10 Minuten nicht mehr da ist. Also besser sofort mitnehmen, ehe ihn sich der nächste krallt, nech?
Zu beachten ist natürlich, dass solche Kisten nicht wirklich legal sind und teilweise als Müllabladen betrachtet werden. Im Zweifel lieber nur vor dem eigenen Haus abstellen und die Kiste vor allem wieder rechtzeitig entfernen, wenn man merkt, dass man auf kein Interesse stößt.
Legal sind, insbesondere für Bücher, die öffentlichen Bücherregale in vielen Großstädten. Reinstellen, rausnehmen, schmökern, mitnehmen - das Konzept geht definitiv auf.

Für großrahmige oder umfangreiche Gegenstände wie Möbel und Geschirr sind Sozialkaufhäuser ebenfalls ein guter Anlaufpunkt. Teilweise bieten diese Einrichtungen auch an, die Möbel abzuholen. Mit einer Begutachtung muss man natürlich rechnen - auch Sozialkaufhäuser möchten nur etwas anbieten, was nicht beschädigt ist.

Kleiderkammern sind eine Anlaufstelle für Klamotten. Was ich hingegen ungern benutze, sind die klassischen Kleiderspenden. Hier sollte man sich vorab informieren, wo die Spende tatsächlich hingeht, um nicht unwissentlich sogar noch Schaden anzurichten!

Zum Verschenken eigen sich natürlich ebenfalls Anzeigen. Will man nicht ganz leer ausgehen, tut es auch ein obligatorischer Tausch - etwa den Schrank gegen eine Kiste Bier.

Entsorgen

Auch wenn das hier ein Upcycling-Blog ist, will ich diesen Punkt trotzdem nicht unter den Tisch kehren. Die letzte und endgültigste Methode, etwas loszuwerden, ist das Entsorgen. Was absolut niemand mehr möchte oder so beschädigt ist, dass man es nicht mehr nutzen kann, muss weg, ganz klar.

Hier sollte man aber darauf achten, wie man etwas entsorgt. Jede Gemeinde bietet Informationen zum Entsorgen an, damit man die Stücke zumindest umweltgerecht loswird. Elektroschrott, Sondermüll wie etwa Batterien und Farbeimer, Sperrmüll und Kleiderreste werden meistens separat entsorgt, große Gegenstände wie Kühlschränke gegen Gebühr teilweise auch abgeholt. Ein Blick auf die Website des örtlichen Entsorgers liefert meist die benötigten Informationen.

Was selbstverständlich niemals in Frage kommen sollte, ist wild abgelegter Müll!


Habt ihr noch weitere Ideen, um euren Haushalt zu verkleinern bzw. das Entsorgen zu vermeiden? Ich freue mich auf eure Ratschläge und Erfahrungen!

Donnerstag, 10. April 2014

Lady Marmelade

Ich bin ein Frühstücksmensch. Nichts kann mich glücklicher machen als ein Korb frischer Brötchen, Kaffee, einen Schuss Milch, noch etwas mehr Milch, Butter, Frischkäse.

Und: Marmelade.

Quelle: natur-im-glas.de

Wenn ich an Marmelade denke, sehe ich sofort einen blubbernden Topf vor mir, eine Schar gespülte Gläser und eine Eieruhr. Für mich ist Marmelade etwas Selbstgemachtes, das ist für mich so selbstverständlich wie Tee kochen.

An mein letztes gekauftes Glas Marmelade erinnere ich mich mit Schrecken - es war am Ende des Urlaubs in der Ferienwohnung, als unsere Vorräte aufgebraucht waren und sogar die mitgebrachte Marmelade leer war. Wir kauften also notgedrungen ein Glas im Geschäft. Das glibberige, durchsichtige Zeug im Glas, das sich mir als Erdbeermarmelade vorstellen wollte, glitschte auf meinem Brot herum und mutierte mehr zum Wackelpudding als zum Brotaufstrich. Ich kratzte es herunter, versenkte es im Joghurt und griff zum Honig.

Alles eine Sache der Gewohnheit

Wenn ich anderen erzähle, dass ich Marmelade immer und ausschließlich selbst koche, schaue ich in große Augen. Ob das nicht aufwändig sei? Oder kompliziert? Oder teuer?

Nein, nichts davon. Ein Pott voll Marmelade ist in guten 10 Minuten fertig und reicht für mindestens 6 Gläser, die Anleitung ist auf jeder Packung Gelierzucker, und preislich fährt man sogar noch günstiger, sofern man als Referenz nicht die Billig-Marmelade aus dem Discounter, sondern ein hochwertiges (Pseudo-)Landprodukt nimmt.

Quelle: br.de

Experimentierküche

Besonders gern pansche ich ja alle erdenklichen Mischungen zusammen. Klassische Sorten wie Aprikose, Erdbeere und Johannisbeere habe ich natürlich immer parat, aber bei meinem Obstkonsum fallen auch immer wieder Obststücke an, die zu schnell weich und überreif wurden. Statt sie zu entsorgen, werden sie todesmutig zu Marmelade zerschreddert. Obst zusammenraffen, 1 kg abwiegen, pürieren, verkochen, fertig. Die Mischungen sind teilweise abenteuerlich, aber fast immer gnadenlos lecker (und ich vergesse jedes Mal, mir die Verhältnisse guter Mischungen aufzuschreiben *augenroll*).

Quelle: bilder.4ever.eu

Meine absoluten Lieblingsmischungen will ich euch trotzdem verraten, die Verhältnisse sind alle Circa-Werte:
  • BOBA: Birne, Orangensaft, Banane und Apfel zu gleichen Teilen püriert - süß-sauer, fruchtig, aromatisch
  • KiBa: der Klassiker aus Kirsch (75 %) und Bananen (25 %). Die Kirschen püriere ich ganz kurz mit dem Pürierstab, ansonsten verlieren sie zu viel Saft und werden eher zu Gelee.
  • Rhababer-Banane: 75 % Rhababer, 25 % Bananenstücke. Ausgefallen, aber richtig klasse! Rhababer lässt sich übrigens geschält und in Würfel geschnitten wunderbar in Portionen einfrieren.
  • Sommerfrucht: Eine Zufallsmischung meiner Mutter mit Kiwi, Erdbeer, Pfirsich und Aprikose. Von der Marmelade könnte ich mich ernähren!

Aufpassen muss man eigentlich nur bei manchen Fruchtsorten, die nicht richtig gelieren, weil sie etwa Enzyme beinhalten. Dazu gehören nach meiner Erfahrung:
  • Ananas
  • Kiwi
  • Rhababer
Um diese Sorten verarbeiten zu können, muss man auf jeden Fall eine Gelierprobe machen, die Marmelade am besten ein paar Minuten länger kochen lassen und eventuell mit etwas Pektin oder Gelierfix (eine fertige Mischung als Pektin und Zitronensäure) nachhelfen. Aber gerade bei Rhababer habe ich festgestellt, dass diese Marmelade auf dem Tellerchen noch flüssig erscheint, nach einem Tag im Glas aber bombenfest wird.

Oder doch lieber Soße?

Marmelade, mit der Hälfte des ursprünglich vorgesehenen Zuckers gekocht, wird entsprechend dünner und flüssiger. Was aus einem Unfall entstand, ist für uns mittlerweile ein wahrer Segen für Puddings, Eisbecher und Mousse geworden - Fruchtsoße! Seit dem machen wir einen großen Bogen um die Flaschen mit Fertigsoßen, die gerne im Geschäft beim Eis rumlungern, und greifen zu selbstgekochten Sößchen aus Erdbeer, Himbeer, Waldfrüchten, Kirschen oder Pflaumen.

Das Ding mit dem Sieb

Eine meiner liebsten Sorten ist ja Himbeer - aber ich hasse die kleinen Kerne, die man sich regelmäßig zwischen die Zähne beißt. Die Beeren als Saft zu verkochen ist auch nicht das Wahre, dadurch verliert man einfach zu viel Fruchtmark.

Eine Möglichkeit, Beerenmarmelade von den ungeliebten Kernen zu befreien, ist ziemlich simpel: Die Früchte im Ganzen wie gewohnt zu Marmelade kochen, danach aber durch ein feines Sieb streichen. Zum Sterilisieren die Masse wieder ganz kurz aufkochen und in die Gläser füllen. Fertig ist die Samt-Marmelade.

Keep it fresh - Das richtige Lagern

Am allerwichtigsten ist natürlich die Hygiene beim Kochen. Schmutzige Gläser, verklebte Ränder und Deckel, die kein Vakuum ziehen, ruinieren auch die beste Marmelade - für eine ordentliche Vorratskammer ein Desaster, noch dazu ist es extrem schade um die guten Rohstoffe. Ich spüle die Gläser immer heiß aus, fülle die Marmelade mit Trichter bzw. Messbecher ein und achte auf das typische Knacken, wenn der Unterdruck den Deckel festzieht.

Aber all das hilft nichts, wenn die Marmelade falsch gelagert wird. Je nach Zuckergehalt gehören angebrochene Gläser natürlich in den Kühlschrank und müssen zeitnah gegessen werden. Auch Schimmelbefall ist vom Zucker anhängig: Als Faustregel gilt, dass man Marmeladen, die einen geringeren Zucker- zu Fruchanteil als 1:1 haben, bei Schimmelbefall komplett entsorgen sollte. Bei anderen Sorten soll großzügiges Abschöpfen reichen, aber auch da bin ich skeptisch - deshalb lieber gleich weg mit dem Glas, die paar Löffel Marmelade rechtfertigen einen verdorbenen Magen nicht.

Und die verschlossenen Gläser? Am besten kühl und dunkel, etwa im Keller. Wer schon mal Erdbeer oder Aprikose verkocht hat, kennt wahrscheinlich den Anblick scheußlich grauer oder brauner Marmelade, die vor einem Monat noch so farbenfroh geleuchtet hat. Manche Sorten verlieren relativ schnell Farbe und Geschmack, besonders jene ohne hohen Säuregrad oder reines Steinobst.

Mein Tipp an dieser Stelle:
Entweder mischt man diese Sorten mit säurehaltigem Obst, oder man friert die fertig gekochten und abgekühlten Gläser komplett ein. Wirklich, das funktioniert! Geplatzt ist mir noch kein einziges Glas, und ich habe schon Unmengen eingefroren. Die Marmelade dafür einfach nicht komplett bis an den Rand füllen.
Ich befördere regelmäßig Erdbeermarmelade aus dem letzten Sommer hervor, die noch genauso frisch und knallrot rot ist wie im Juli. Das Glas einfach abends aus dem Gefrierfach nehmen und in den Kühlschrank stellen, morgens ist die Marmelade aufgetaut.

Samstag, 5. April 2014

Kapsel-Recycling

Ich bin zwar kein Kaffee-Suchti, aber ab und an habe auch ich nichts gegen ein Tässchen einzuwenden. Seit einiger Zeit nutze ich zum Aufbrühen fast nur noch einen guten alten Porzellanfilter, der für mich den weltbesten Kaffee aufbrüht - und noch dazu herrlich wenig Platz wegnimmt und absolut idiotensicher zu benutzen ist. Filterpapier rein, Kaffee rein, Kanne drunter, Wasser drauf, fertig. Dank meiner putzigen kleinen Kaffeemühle kann ich den Kaffee portionsweise mahlen und habe - im entferntesten Sinne - also auch eine super Kaffeemaschine ;-)

Fürs Nachmittagskäffchen habe ich aber selten den Nerv, Kaffee zu kochen, deshalb nutze ich dann außnahmsweise die Plastikschleuder *schäm* Zu meiner Verteidigung: Es war ein ebay-Schnapper (2 €, so wahr ich hier stehe - es gab keinen Versand, nur Selbstabholung hier in Hannover).


Leider hat der Kaffeespucker die Schwäche aller modernen Kapselmaschinen: den anfallenden Müll. Und wenn man von dem Berg Restmüll mal absieht, kostet der portionierte Kaffee umgerechnet auch ein kleines Vermögen - dafür könnte ich in die Handrösterei in der Stadt gehen und mir die teuersten Bohnen kaufen.

Folgenschwere Mülltrennung

Durch Zufall entdeckte ich beim Versuch, im Sinne der Mülltrennung Kaffeesatz und Kapsel separat zu entsorgen, dass sich die Kapseln nach dem Öffnen wieder schließen lassen. Und mehr noch: Nach kurzer Recherche im Internet erfuhr ich, dass man die Kapseln tatsächlich erneut füllen und verwenden kann - die Maschine interessiert es nicht, ob das Aludeckelchen oben und unten noch dran ist.

Ich testete mutig die erste befüllte Kapsel und erwartete vieles: von einer Kaffeefontäne, die sich als Kaskade bis in den letzten Winkel der Küchenzeile ergießt, über schmaddeliges Kaffeewasser mit Bodensatz in der Tasse, bis hin zu Systemstörungen und wild blinkenden Lämpchen an der Maschine.

Und ich bekam Kaffee.
Der nach Kaffee aussah, roch und schmeckte. Maschine blieb heil, Kapsel blieb ganz, ich war happy.

How to do

Die Kapseln lassen sich relativ einfach öffnen und befüllen:
  1. Nach dem ersten Benutzen sieht die Kapsel so aus: Oben und unten wird von der Maschine ein Loch eingestanzt, damit das Wasser durchfließen kann. 
  2. Die obere Folie entfernen - das geht am besten mit einem kleinen spitzen Messer. Unter der Folie verbirgt sich ein kleines Sieb.

  3. Die Kapsel umdrehen und vorsichtig zusammendrücken, dadurch springt das Sieb ab. Dann die Kapsel vorsichtig ausklopfen, so dass der Kaffeesatz herausfällt. Am Boden der Kapsel befindet sich ein weiteres, kleineres Sieb.
  4. Die drei Teile reinigen und trocknen.
  5. Zum Befüllen das kleine Sieb wieder einsetzen und Kaffeepulver einfüllen (die Menge richtet sich nach der gewünschten Kaffeestärke - ich fülle den Kaffee locker bis zum oberen Rand ein und streiche ihn dann kurz glatt, ohne fest zu drücken). Das obere Sieb auflegen und sachte andrücken, es rastet kaum merklich ein - so bleibt der Kaffee auch an Ort und Stelle.
  6. Die Kapsel wie gewohnt in die Maschine einsetzen und den Kaffee brühen.
Nach dieser Anleitung benutze ich meine Kapseln über mehrere Monate hinweg - wenn man mal einen Satz von etwa 10 Stück hat, verschleißen sie auch nicht so schnell. Bisher habe ich aber erst 2 oder 3 Kapseln tatsächlich entsorgen müssen, der Verschleiß hält sich also in Grenzen.

Viel Vergnügen beim Basteln ;-)